Link-Tipp: Computerspiele zum Thema Flucht und Asyl

Der Medienpädagogik Praxis-Blog hat einen super interessanten Artikel veröffentlicht, der eine Reihe von Spielen auflistet,  die sich mit Themen wie Migration, Flucht, Rassismus, dem Alltag in Flüchtlingscamps oder Behörden beschäftigt.

Als Spieler taucht man damit hautnah in die Welt der Flüchtlinge ein und bekommt eine ganz besondere Perspektive auf diese Problematik. Meiner Meinung nach ein Muss für politisch engagierte Gruppen, zumal zu jedem Spiel direkt auch der relevante Artikel im Spieleratgeber-NRW verlinkt wird ;).

Das Thema Flucht ist hochaktuell. Täglich überqueren tausende Menschen die Grenzen der EU und stellen deren Mitgliedsländer vor eine gewaltige Herausforderung. Bei all den organisatorischen Schwierigkeiten übersehen viele aber schnell die Strapazen, welche die Flüchtlinge auf sich nehmen mussten, um sicheres Territorium zu erreichen. Welche Gründe hatten sie, ihr Land zu verlassen und ihr Leben zu riskieren?

Ein bisher eher ungewöhnliches Medium zur Vermittlung solcher Inhalte bilden Computerspiele.
In sogenannten Newsgames haben engagierte Spielehersteller und Journalisten – unter anderem die BBC und das UN-Flüchtlingswerk – versucht, die Erlebnisse und Gefahren auf der Flucht sowie die menschenunwürdigen Zustände in den Herkunftsländern und auf ihrer Reise in die EU erfahrbar zu machen.

über Computerspiele zum Thema Flucht und Asyl — Medienpädagogik Praxis-Blog

Mein Favorit bisher: „Papers, Please!„. Bei diesem Spiel schlüpft man in die Rolle eines Grenzbeamten,  der Reisepapiere kontrolliert. Klingt langweilig, ist es aber erstaunlicherweise überhaupt nicht. Ein Kommentator des Artikels (Anderer Max) fasst es ganz gut zusammen:

„Nach einiger Zeit können die häufigen Misserfolge und die recht eintönige Stempelarbeit ermüdend und frustrierend wirken (…)“

Das Spiel soll und muss ermüdend, gleichförmig und nervig sein.
Sinn des Spiels ist ja auch nicht, der beste Beamte von Arstotzka zu werden, sondern zu merken, was man da gerade macht und wieviel Macht ein Grenzbeamter über das Lebensschicksal von „Menschen“ hat und wie wenig Zeit ihm für eine korrekte prüfung jeder Einzelperson eigentlich bleibt. Über die Zeit merkt man, dass man eigentlich nur noch auf kleine Details achtet und quasi „betriebsblind“ wird. Da freut man sich sogar über ein zynisches „Upgrade“ des Stempelequipments 😉

Im Laufe des Spiels muss man sich auch z. B. entscheiden, ob man sich einer mysteriösen Rebellion anschließen will, oder lieber staatstreu die Kollaborateure meldet.
Das Spiel ist mehr, als nur ein witziger Grenzbeamtensimulator, es stellt uns vor moralische und menschliche Fragen, die wir in einem Mal Durchspielen auch nicht klären können werden.

Das spiel stellt grundsätzliche, menschliche Fragen, die wir ganz individuell beantworten können, aber auch mit den Konsequenzen „leben“ bzw. weiterspielen müssen.

Viel Spaß beim Anspielen!

Eure Kahzn

Pokémon GO in der Jugendarbeit.

Datenschutz, pädagogische Aspekte und Anwendung in der Jugendarbeits-Praxis.

An dem Phänomen Pokémon Go gibt es zur Zeit kein Vorbeikommen. Mittzwanziger spielen es, ihre kleinen Geschwister auch, und sogar in der Citypastoral findet es schon Verwendung. Was hat das für Auswirkungen auf mich in meiner Jugendarbeit? Muss ich mich damit irgendwie auseinandersetzen?

Nun, schaden kann es nicht. Aber keine Sorge: Niemand erwartet von dir, dass du dich jetzt sofort auch von dem Hype anstecken lässt, wenn du das nicht willst. Es ist ja auch gut möglich, dass es schnell wieder abflaut. Allerdings darf man dabei nicht außer Acht lassen, dass Pokémon als Marke bereits lange genug existiert, um diesem Trend eine gewisse Stabilität zu verheißen. [Ich für meinen Teil würde fürs Erste davon ausgehen, dass es einen ähnlich langen Atem haben wird wie Minecraft, und damit als Teil der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen nicht ignoriert werden sollte, aber das muss jeder für sich entscheiden.]

Ja gut, was daran ist dann für mich als Jugendleiter relevant? In diesem Artikel setze ich im wesentlichen Voraus, dass das Spielprinzip bekannt ist. Wer es gar nicht kennt, dem empfehle ich den etwas detaillierteren Artikel von spieleratgeber-nrw. Der Beitrag ist gegliedert in drei Hauptaspekte: Datenschutz, pädagogische Aspekte und Anwendung in der Praxis.

Zum Datenschutz 

Hier stellt sich die Angelegenheit eigentlich relativ einfach dar: Die App sammelt Standortinformationen  ihrer Nutzer, was für die Spielmechanik logischerweise unverzichtbar ist. Außerdem werden auch personenbezogene Daten erhoben, die dann, wie mittlerweile (leider) üblich, auch an Dritte (zu Marketingzwecken, Ermittlungszwecken, etc.) weitergegeben werden. Das Spiel wurde von der Google-Tochter Niantic hergestellt und betrieben, die sich aber mittlerweile vom Mutterkonzern abgespalten hat.

Nichtsdestotrotz würde ich die datenschutzrechtliche Lage ähnlich wie bei Google sehen. Und da Google ja schon seit Jahren fröhlich unsere Standortdaten sammelt – kann man sich übrigens wunderbar in seiner Location History angucken – und es niemanden mehr so wirklich zu stören scheint, würde ich das mal als weniger dramatisch ansehen (zumal man im Falle dieses Spiels den direkten Sinn und Zweck dieses Datenzugriffs auf der Hand hat).

Dementsprechend halte ich, um noch einmal auf die Jugendleiter-Prespektive zu kommen, Warnungen an eure Gruppenkinder à la „Guckt euch mal an, wie viele Berechtigungen das Spiel haben will!“ für wenig erfolgsversprechend. Leider!

Pädagogische Aspekte

Erstmal zu den positiven Aspekten des Spiels:

Bewegung. Eine Grundidee des Spiels basiert darauf, dass man seinen Hintern raus aus den eigenen Vier Wänden und an die frische Luft bewegt. Das wird u.a. dadurch erreicht, dass sog. Pokestops und Kampfarenen wild in der Stadtkarte verteilt wurden und man sein Smartphone in deren Nähe bewegen muss. Außerdem gibt es im Spiel Features, die das Ablaufen besonders langer Strecken fördern (z.B. kann man Pokemon-Eier ausbrüten, indem man sich bewegt. Je länger die Strecke, die man für ein Ei ablaufen muss, desto seltener ist meist das Pokemon, das sich darin befindet). Endlich mal ein Spiel, das erfolgreich eine ganze Generation vor die Tür bekommt :).

Soziale Kontakte. Parallel zur Verbreitung des Spiels haben sich schnell auch überall in den sozialen Netzwerken Gruppen und Foren geöffnet, in denen es darum geht, gemeinsam auf die beliebte Pokemon-Jagd zu gehen oder gegeneinander anzutreten. Wie kaum ein anderes Spiel, das ich kenne, regt Pokémon GO dazu an, sich auch mit fremden auf der Straße auszutauschen, ins Gespräch zu kommen und vielleicht sogar neue Freunde zu finden.

Flexibilität. Weder die Ladezeiten noch der zeitliche „Grundumsatz“, den man leisten muss, wenn man das Spiel öffnet, sind besonders hoch. Daher eignet es sich prima für Zwischendurch, für den Schul- und Nachhauseweg, Bahnfahrten oder längeres Schlangestehen. Es ist zu jedem Zeitpunkt ohne großen Verlust möglich, das Spiel zu unterbrechen oder auszuschalten und an der selben Stelle (ja gut, vielleicht nicht örtlich) wieder einzusteigen.

Niederschwelligkeit. Die Steuerung ist intuitiv, einfach und kommt im wesentlichen ohne viel Text aus. Dadurch können es schon Kinder im Vorschulalter oder Menschen mit Leseschwierigkeiten im Wesentlichen problemlos spielen. Es ist leicht zugänglich und kostenfrei im Appstore zu haben.

 

Zu den Gefahren:

Unaufmerksamkeit. Klar. Wer durch die Gegend läuft und dabei auf sein Handy starrt, bekommt nicht immer mit, was um einen herum passiert. Sowas lernen die Kinder meist aber selbst sehr schnell, wenn sie das erste mal vor eine Laterne laufen oder über einen Bordstein stolpern. Bei besonderen Härtefällen, die zu oft zu sehr darin versinken, kann es helfen, darauf hinzuweisen, dass es bei dem Spiel eine Akkuspar-Option gibt, die das Display abschaltet und nur dann vibriert, wenn etwas Interessantes (z.B. ein Pokestop oder ein wildes Pokemon) in der Nähe ist. Wenn selbst das nichts hilft, kann man sich z.B. aus dieser Liste von unerfreulichen Vorkommnissen im Zusammenhang mit Pokemon GO  (die ich mit einer Prise Skepsis nehmen und unter „urbane Legenden“ verbuchen würde), diejenige als Beispiel heraussuchen, die für den jeweiligen pädagogischen Anschauungszweck die passendste ist (leider auf Englisch!).

Suchtgefahr. Nun, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist der Suchtfaktor des Spiels offensichtlich. Wie stark dieser auf Dauer wirkt, wird sich zeigen und hängt u.a. von den Entwicklern, den Spielern und auch von der Akzeptanz der Nicht-Spielenden ab.

Ich persönlich spiele es auch ab und zu und habe darin bisher noch nicht viel Potenzial für eine Langzeit-Sucht bemerkt, da sich die Möglichkeiten bisher in Grenzen halten: Ich kann Pokemon sammeln (ca. 150 Stück), was aber verhältnismäßig schnell gesättigt sein wird, wenn vom Entwickler nicht relativ zügig Pokémon nachgeliefert werden.

Außerdem gibts durch die Einteilung in Teams und das Umkämpfen der Arenen noch ein gewisses Suchtpotenzial, das von etwas andauernder Wirkung sein kann. Allerdings kann ich mir auch hier vorstellen, dass es ab einem bestimmten Punkt eher demotivierend wirken kann, wenn die Arenen in der eigenen Umgebung irgendwann alle von unschlagbar starken Pokémon verteidigt werden, die man als Gelegenheitsspieler niemals herausfordern kann.

In-App-Käufe. Das Spiel selbst ist kostenlos im App-Store zu bekommen. Will man aber besonders hilfreiche Items, wie z.B. Pokébälle oder Rauch (zum Anlocken von Pokémon) haben, kann man sich das Leben leichter machen und diese indirekt über eine ingame-Währung für echtes Geld kaufen. Dass so etwas, gepaart mit pfiffigen Kindern und unaufmerksamen Erwachsenen sehr schnell in äußerst erschreckenden Kreditkartenabrechnungen enden kann, brauche ich wohl niemandem mehr zu erklären.

So, jetzt habe ich aber mal genug gewarnt. Last but not least zu dem Thema:

Anwendung in der Praxis:

Kann man ein Großgruppen- oder Geländespiel fürs Ferienlager aus der Spielmechanik von Pokémon GO klöppeln?  Meiner Erfahrung nach kommen Spielprinzipien, die die Kinder in Ihrer Freizeit schon gerne spielen, in der Gruppenstunde oder in Lagern auch immer gut an, weil man sie nicht mehr groß erklären muss und schneller zur Sache kommen kann. Wäre es mit einer Erweiterung des bekannten Schmugglerspiels getan, bei der die Kinder Leiter aufhalten müssen, die wiederum Pokémon in verschiedenen Konstellationen mit sich herumtragen? Oder würdet ihr es eher wie eine Schnitzeljagd aufbauen? Man könnte sich auch auf den Aspekt des Arenen-Verteidigens konzentrieren und verschiedene Teams um „Ringe“ (z.B. Hulahoopreifen) ringen lassen (Haha Wortwitz!). Diese Fragen lasse ich bewusst an dieser Stelle mal offen, schreibt eure Ideen und Ergänzungen in die Kommentare!

Liebe Grüße, 

eure Kahzn aka Kathi vom BDKJ Duisburg

Spielerisch einfach Sprachen lernen und auffrischen mit Duolingo

Euer nächstes Lager geht ins Ausland und euer Sprachkurs ist schon verdammt lange her?Oder ihr wollt einfach so euer Spanisch ein wenig aufbessern? Dann schaut euch am besten mal Duolingo an.

Spielprinzip

Level, Achievements und Gems, sogenannte „Lingots“ lassen diese Browserapp sehr spielerisch wirken und geben euch einen Überblick über euren Fortschritt. Die Lektionen sind nach dem „Dive-in“-Prinzip strukturiert, und schön kurz gehalten, wodurch ihr euch nicht immer erst dröge Grammatiktabellen angucken müsst, sondern direkt loslegen könnt. Und das funktioniert!

Wörter erraten, Texte erkennen und Hörverständnis ab der ersten Minute

Sobald ihr eine Lektion beginnt, kommen in zufälliger Reihenfolge verschiedene Worterkennungs-, Textverständnis- als auch Schreib- und Sprechpraxisübungen vor.

Ich selbst habe die App zunächst für mich selbst nur zum Sprachenauffrischen genutzt und bin dann schnell dazu übergegangen, einfach so aus Spaß noch eine neue Sprache dazuzunehmen. Es läuft erstaunlich gut – ohne Lehrer, ohne Klasse und ohne Grammatiktabellen.

Selbstverständlich kann man die jeweilige Grammatik jeweils am Kapitelanfang nachlesen (was ich bisher noch nie wirklich gebraucht habe) – oder bei Fragen in die Diskussion reinschauen (das wohl schon eher).

Man muss nicht bei 0 anfangen

Wenn ihr schon Vorwissen in einer Sprache habt, könnt ihr euch zunächst einmal über den Placement-Test auf euer Level einpendeln lassen und von dort aus weitermachen. Dann seid ihr nicht gezwungen, euch als Fortgeschrittener durch den kompletten Basiskram zu arbeiten.

Kleine Motivationshelfer sind auch eingebaut. Die Lingots z.B. kann man im Programminternen „Store“ gegen abwechslungsreiche Sonderfunktionen oder -lektionen eintauschen, wie z.B. lustige Flirtsprüche in der jeweiligen Sprache. Außerdem wird der Zeitraum in Tagen gemessen, den man durchgehend drangeblieben ist – dein persönlicher „Streak“, den andere Community-Mitglieder auch sehen können. Schließlich gibt es natürlich dann noch die Möglichkeit, sich mit seinen Freunden auf duolingo zu messen – ähnlich wie bei Community-Spielen, allerdings nicht ganz so aufdringlich mit den Anfragen ;).

100% kostenlos – Wo ist der Haken?

Das beste daran ist: Duolingo ist 100 % kostenlos und läuft auf Windows, Mac und ist natürlich auch als App fürs Smartphone verfügbar. Keine kostenpflichtigen In-App-Käufe, keine Premium-Versionen und keine Werbung. Wie das sein kann, erklärt sich relativ einfach:

– zum einen ist da die starke Community, die sich an Sprachkursen im Aufbau beteiligt und bei Fragen Hilfestellung bietet. Somit lässt sich die Anzahl bezahlter Sprachtutoren auf das absolute Minimum beschränken.

– zum anderen stammen viele der Sätze und Übungstexte, die übersetzt werden, von echten Internetquellen: Den Kunden Duolingos, wie z.B. CNN oder Buzzfeed. Das Prinzip: Viele fortgeschrittene Duolingo-Arbeitsbienchen übersetzen den selben Satz, um eine korrekte Übersetzung zu gewährleisten. Damit werden möglichst viele Texte in möglichst viele Sprachen übersetzt. Im Endeffekt „bezahlen“ die Lernenden auf dieser Plattform also durch ihre eigenen Lernbemühungen, was ich persönlich für ein ziemlich geniales Konzept halte.

Manko: Kannste kein Englisch, biste nix

Allerdings ist duolingo noch sehr Englisch-lastig. Für deutsche Muttersprachler wird bisher nur Englisch und Französisch angeboten. Wer sich aber zumutet, auch nach Englisch zu übersetzen (was gar nicht so schwer ist), der kann sich aktuell noch Spanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Italienisch, Irisch (Gälisch), Schwedisch und Dänisch aussuchen.

Fazit

Ein gut durchdachtes Konzept, das überzeugend umgesetzt wurde und (bisher zumindest noch) außerordentlich gut funktioniert. Ich bin zwar noch etwas skeptisch, ob ich nach diesem Prinzip effektiv auch eine neue Sprache lernen kann, werde aber dranbleiben. Wer weiß? Vielleicht kann ich ja wirklich bald mit meinem Schwedisch angeben ;).

Cheers!

Eure Kahzn 

Gruppenstundenprojekt: Geocache platzieren.

Gerade für Anfänger in Sachen Medienprojekte super, die gerne mit ihren Jugendlichen ins Gelände stapfen und mal was anderes machen möchten, als immer nur die klassische Schnitzeljagd.

Alter: Da es prinzipiell sehr einfach funktioniert, können die Kinder auch 10 Jahre alt oder jünger sein. Generell gilt: Je jünger die Kinder, desto kleiner das Leiter-Kinder-Betreuungsverhältnis.

Dauer: Für einen Cache braucht ihr inkl. Erklärung, Hin- und Zurücklaufen und Versteckvorbereitung etwa 1,5 – 3 Stunden.

Gruppengröße: Pro Cache nicht mehr als 5 Kinder, sonst ist das persönliche Interesse der Teilnehmer schnell weg.

Material:

– Ein Behälter (Tupperdöse, Filmdöschen etc.; wasserdicht!)

– Stift und Zettel bzw. kleines Notizbuch (als Logbuch; muss in den Behälter passen!)

– Klebeband

– ggf. ein kleines „Extra“ für den Cache, z.B. das Gruppenmaskottchen o.ä.

– Smartphone mit Geocaching-App oder separates GPS-Gerät (kann in der Stadtstelle ausgeliehen werden)

Durchführung:

1. Informiert euch vorab über Geocaching (z.B. unter geocaching.com) und besprecht es mit eurer Gruppe. Es bietet sich z.B. an darauf einzugehen, wie GPS-Ortung grob funktioniert, was die Koordinaten bedeuten und wie Ungenauigkeiten entstehen können (dichte Baumkronen, Höhlen und Tunnel). Stellt außerdem sicher, dass sie wissen, wie und warum sie ihren Cache immer registrieren müssen.

2. Bestückt euren Behälter. In jeden Geocache muss ein Logbuch und Stift und darauf ein Hinweis auf seine Registrierung (z.B. der Schriftzug „official Geocache“ + Kontaktdaten des Leiters oder eurer Gruppe), darüber hinaus könnt ihr je nach Größe des Caches auch noch weitere Gegenstände (eure Extras) mit hineingeben.

Häufig werden diese nach und nach von Geocachern  ausgetauscht, deswegen lasst auf jeden Fall Platz im Behälter übrig.

Stellt sicher, dass euer Behälter absolut wasserdicht ist. Wenn ihr ganz sicher gehen wollt, gebt ihr ihn in einen Gefrierbeutel mit Zipper.

3. Zieht los und sucht nach einem  geeigneten Versteck für euren Cache.

Am besten eignen sich immer Orte, zu denen die Kinder einen besonderen Bezug haben und die nicht allzu leicht zu erreichen sind. Gebt euch Mühe beim Verstecken (nicht verbuddeln!), damit möglichst wenig Menschen (oder Hunde) zufällig darauf stoßen und der Cache möglichst lange „hält“ (und nicht als Müll missverstanden und weggeworfen wird).

4. Ermittelt die GPS-Daten eures Verstecks mit Hilfe eurer App bzw. der GPS-Geräte, notiert sie und registriert euren Cache entweder direkt oder sobald ihr zurück seid und über Internet verfügt.

5. Schaut in regelmäßigen Abständen nach eurem Cache, pflegt ihn und gebt an, wann dieser aufgegeben wurde und nicht mehr verfügbar ist.

Viel Spaß!

Eure Kahzn

Wir wissen, wo du dich aufhältst… Thema: Ortung

Der Youtube-Kanal von medienbier.tv hat ein neues Video veröffentlicht, indem sie sich kritisch mit dem Thema Ortung über das Smartphone auseinandersetzen. Es geht einerseits um die Vorzüge der Ortungstechnik, wie z.B. bei Lieferdienst-Apps, aber eben auch um die Unmenge an (unfreiwilligen) zusätzlichen Daten, die man der „Datenkrake“ damit in den Rachen wirft.

Für uns als Jugendleiter stellt sich damit natürlich auch die Frage, wie wir unsere Kinder und Jugendlichen für dieses Thema sensibilisieren wollen.

Je nach Alter der Gruppe solltet ihr erst einmal entscheiden, auf welchen Aspekt von Ortungsfunktionen ihr euer Hauptaugenmerk richten wollt.

Für jüngere Kindergruppen kann der Datenschutzaspekt noch etwas zu komplex und das Thema an sich noch nicht so relevant sein, weil sie selbst noch kein Smartphone besitzen. Daher kann es sich eher anbieten, vielleicht erst einmal auf den technischen Aspekt einzugehen und Spiele oder Projekte zu überlegen, die sich mit der Technik der Satellitenortung beschäftigen (hier findet ihr ein Bei-Spiel dazu ;)).

Besitzen die Kinder bereits eigene Smartphones oder kommen auf regelmäßiger Basis damit in Berührung, ist es wichtiger, entsprechende Projekte oder Spielideen eher auf den Privatsphäre-Aspekt zu münzen. Hierzu eine Spielidee:

Instagram-Mister.X:

Ich gehe davon aus, dass das grobe Spielprinzip von Mister X bzw. Scotland Yard bekannt ist. Dieses lässt sich wunderbar mit Instagram bzw. einem anderen sozialen Netzwerk nutzen, um damit eine Verfolgungsjagd mit Smartphones zu gestalten. Hierbei informiert Mister X seine Verfolger mittels Bild- und Standortinfos über seine aktuelle Position. Die Bilder sollten so gewählt sein, dass die Kinder anhand der Hintergründe bereits Rückschlüsse auf den Ort machen können, da die Standortangaben häufig sehr vage ausfallen können.

Die Gruppe, die ihn als erste schnappt, darf dies natürlich auch in einem Schnappschuss festhalten, damit alle anderen Gruppen Bescheid wissen und den Rückweg antreten können.

Der Abschluss des Spiels sollte auf jeden Fall eine ausführliche Reflektion beinhalten, die den Kindern und Jugendlichen noch einmal vor Augen führt, wie viel sie über sich selbst im Internet preisgeben, ohne es immer sofort zu merken.

 

unverortete Grüße und ein herzliches Cheers!

Eure Kahzn

Data Dealer – Tauche ein in die Welt der Datenkrake

Mit Data Dealer‚ ist ein geniales neues Spiel unterwegs, das eine einmalige Chance bietet, hinter die Kulisse des intermedialen Datenhandels zu blicken.

Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle eines Datenmogul-Startups, das zunächst über einige wenige, eher zwielichtige Kontakte, später dann über eigene, durchaus legale und profitable Angebote wie soziale Netzwerke, Singlebörsen oder Gewinnspiele schnell zu einem regelrechten Imperium heranwächst. Die Käufer sind auch schnell gefunden – Banken, Mobilfunkanbieter, Versandhäuser und Versicherungen zahlen gut für personalisierte Daten, die in ihr Interessengebiet fallen.

Schließlich möchte so eine Bank vielleicht doch etwas genauer Bescheid über Ihre Kreditwürdigkeit wissen, als Ihnen lieb ist. Oder so eine Versicherung wirklich alles über Ihre Krankengeschichte erfahren, auch die scheinbar unwichtigen oder peinlichen Details.

Letztendlich erwischt man sich dabei, wie man immer riskantere Deals eingeht und immer mehr Daten aus immer mehr Quellen „saugt“ – nicht umsonst sieht unsere „Datenmaschine“ wie ein futuristischer Hybrid aus Staubsauger und Oktopus aus. Doch keine Angst: Der Risikobalken am oberen Rand des Bildschirms warnt uns rechtzeitig davor, zu weit zu gehen und womöglich noch den Zorn der Datenschützer auf uns zu ziehen.

Haben wir es doch einmal zu bunt getrieben, investieren wir halt mal ein bisschen in eine neue Image-Kampagne oder ein Armee von Anwälten, dann glätten die Wogen sich schnell wieder und es geht weiter wie gehabt.

Leider ist bisher nur eine Demo-Version des Spiels online verfügbar, laut Entwicklerteam soll aber die erste offizielle Version in etwa 3 Monaten herauskommen. Dabei ist die generelle Ankündigung sehr vollmundig: Online spielbar, kostenlos verfügbar, mit Multiplayer-Modus. Ich bin gespannt. Wenn es so weit ist, werde ich es hier noch einmal posten.

Cheers,

Eure Kahzn

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