Bildrechte once again: Arbeitshilfe und Formularvorlage

Ja, Bildrechte sind immer noch ein Thema. Und da es immer noch zu Verwirrungen, Fehlannahmen und Missverständnissen kommt, möchten wir an dieser Stelle auf eine schön erarbeitete Handreichung des Bayerischen Jugendrings hinweisen, die den Spagat zwischen allgemeiner Formulierung  und konkreter Anwendung schafft (z.B. sowohl Veröffentlichung von Bildern durch die Leiter auf Facebook / Webseite als auch Umgang mit Bildrechten durch Nutzer eines Gruppenforums). Außerdem ist sie sehr verständlich, übersichtlich und  hilfreich geschrieben.

Achtung: Ja, sie ist lang. Dafür deckt sie aber auch viele verbundene Themengebiete bereits mit ab und: Am Ende findet ihr eine kommentierte, generalisierte Formularvorlage, die Ihr nach euren Bedürfnissen konkretisieren und benutzen könnt.

Hier gehts zur Arbeitshilfe.

Wer sich die Arbeit sparen will und nur ein, zwei Bilder zu Illustrationszwecken braucht, kann sich natürlich auch auf freien stock-Fotobörsen bedienen, oder – wer auf authentische Fotos nicht verzichten will – kann auch darauf achten, nur Bilder zu veröffentlichen, auf denen niemand erkennbar ist.

 

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Eine Revision. „Good Guy Facebook“: Was sich mit der neuen Datenschutzrichtlinie -wirklich- ändert.

Vor etwas mehr als einem Monat wollte Facebook bereits seine Richtlinien ändern und wurde von europäischen Datenschützern ein wenig gebremst. Jetzt sollen die angekündigten Änderungen uns morgen ereilen. Ob wir es wollen oder nicht. Denn widersprechen geht natürlich nicht. (Schon gar nicht mit so einem blöden Bild!).

Aber was genau fanden die Datenschützer denn so schlimm? Eigentlich klangen facebooks Ankündigungen im Rahmen der Aufklärungskampagne doch gar nicht mal so schlecht, weswegen ich mich auch zu dieser zugegeben wenig kritischen Auseinandersetzung hinreißen ließ:

Transparenz scheint das neue Marketing-Schlagwort zu werden. Denn kaum erzähle ich euch von der Informationskampagne der beliebtesten Suchmaschine der Welt, schon kommt Facebook um die Ecke und schlägt in dieselbe Kerbe. Heute gingen an alle deutschsprachigen Facebook-Nutzer E-Mails und Benachrichtigungen über die geplanten Änderungen beim Datenschutz raus, und diese können sich sehen lassen. Für diejenigen unter euch, denen der Text zu lang war und wer nicht auf die weiterführenden Links geklickt hat, dem erkläre ich an dieser Stelle kurz und knapp die wichtigsten Änderungen:

1. Die Standardeinstellung bei Postings wird nun von „öffentlich“ auf „Freunde“ umgestellt, damit unerfahrene Nutzer nicht unwissentlich öffentlich posten.

2. Ändert man seine Posting-Einstellungen auf „öffentlich“, wird ein neuer Reminder einen beim nächsten Post daran erinnern.

3. Zusätzlich startet ab nächstem Jahr ein sogenannter „Privacy-Checkup“ (quasi eine Privatsphäre-Tour), der jeden erfahreneren Nutzer dabei anleiten will, seine Privatsphäre-Einstellungen gegenzuprüfen.

4. Last but not least: Mein absoluter Favorit. ANONYMOUS LOGIN.

Ja. Ihr habt richtig gelesen. Ihr erinnert euch noch an die Liste von Berechtigungen, die jede kleine App euch abverlangt hat, wenn ihr euch über Facebook eingeloggt habt? Wenn das hier in dem Umfang angeboten wird, wie es vorgestellt wird, dann kann man demnächst seinen Facebook-Account nutzen, um sich einfach und schnell in verschiedene Dienste einzuloggen, bleibt für den jeweiligen Dienst aber zunächst einmal völlig anonym! Diese App kann dann logischerweise auch nicht in eurem Namen posten oder anderen Unfug mit euren Daten treiben. Sollte sie dann doch mal spezielle Berechtigungen für eine bestimmte Funktion benötigen, fragt sie diese separat ab, während ihr sie nutzt. Hach, wat wäre datt schön. Bleibt zu hoffen. Im übrigen hat facebook auch sein „normales“ Login-Verfahren überarbeitet und bietet nun die Möglichkeit, einzelne Berechtigungen NICHT zu erteilen. Selbstverständlich reicht das alles noch bei weitem nicht, um alle Datenschutzaspekte, die einem beim Thema facebook einfallen, einfach wegzuwischen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist es aber allemal.

Huch, was war denn da mit mir los? Ich muss wohl die babyblaue Kritiklosigkeitsbrille aufgehabt haben. Denn so schön und einfach, wie das hier klingt, ist es natürlich nicht.

Der Handel mit Daten ist ein kompliziertes, aber furchtbar lukratives Geschäft und – zum Glück für die Beteiligten – von außen nicht so leicht zu durchschauen. Wer da mal Einblick bekommen möchte, ohne gleich irgendwelche schrecklich langweiligen Fachschmöker durchlesen zu müssen, dem empfehle ich als Alternative ein kostenloses Online-Spiel (ja das ist mein ernst!), das man zur Zeit entweder als Demo oder als geschlossene Beta testen kann: Data Dealer.

Facebook hat uns ein paar Bonbons hingeworfen, damit wir den eigentlichen Deal im Hintergrund nicht bemerken: Nämlich, dass sie – mal wieder – unsere Daten noch viel schamloser und konzentrierter aushorchen und zu Werbezwecken weiterverwenden wollen, als bisher. Ortsdaten und besuchte Webseiten sollen z.B. in Zukunft ausgelesen und verwertet werden, um euch z.B. „die Speisekarten der Restaurants in deiner Nähe“ anzubieten. Am besten noch angepasst an deinen persönlichen Geschmack. Und dein Budget.

Diese Daten, meine Lieben, könnt ihr facebook auch nicht verwehren, so schön die tolle neue Berechtigungs-welt auch klingt. Denn diese Neuerungen, von denen die Rede war, beziehen sich vor allem auf DRITTE. Facebook selbst behält dabei weiterhin den Zugriff und alle erdenklichen Rechte an euren Daten. Auch zum Speichern, zur weiteren Nutzung und zum Weiterverkauf.

Dabei wird euch natürlich nicht gesagt, was mit den Daten passiert, wo sie sich befinden oder wer alles Zugriff darauf hat. Der Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Düsseldorfer Medienrechtskanzlei WBS hat das mal schön zusammengefasst:

Fazit also: Legal ist das nicht, was facebook da macht, aber wehren können wir uns gegen dieses Gebahren auch nicht so wirklich. Außer durch die Löschung unseres Accounts.

Wenn ihr das allerdings im Sinn hattet müsst ihr euch aber beeilen: Die neuen Richtlinien kommen nämlich schon morgen. Ob legal oder nicht, ob ihr einverstanden seid oder nicht.

Cheers!

Eure leicht zermürbte Kathi

Wir wissen, wo du dich aufhältst… Thema: Ortung

Der Youtube-Kanal von medienbier.tv hat ein neues Video veröffentlicht, indem sie sich kritisch mit dem Thema Ortung über das Smartphone auseinandersetzen. Es geht einerseits um die Vorzüge der Ortungstechnik, wie z.B. bei Lieferdienst-Apps, aber eben auch um die Unmenge an (unfreiwilligen) zusätzlichen Daten, die man der „Datenkrake“ damit in den Rachen wirft.

Für uns als Jugendleiter stellt sich damit natürlich auch die Frage, wie wir unsere Kinder und Jugendlichen für dieses Thema sensibilisieren wollen.

Je nach Alter der Gruppe solltet ihr erst einmal entscheiden, auf welchen Aspekt von Ortungsfunktionen ihr euer Hauptaugenmerk richten wollt.

Für jüngere Kindergruppen kann der Datenschutzaspekt noch etwas zu komplex und das Thema an sich noch nicht so relevant sein, weil sie selbst noch kein Smartphone besitzen. Daher kann es sich eher anbieten, vielleicht erst einmal auf den technischen Aspekt einzugehen und Spiele oder Projekte zu überlegen, die sich mit der Technik der Satellitenortung beschäftigen (hier findet ihr ein Bei-Spiel dazu ;)).

Besitzen die Kinder bereits eigene Smartphones oder kommen auf regelmäßiger Basis damit in Berührung, ist es wichtiger, entsprechende Projekte oder Spielideen eher auf den Privatsphäre-Aspekt zu münzen. Hierzu eine Spielidee:

Instagram-Mister.X:

Ich gehe davon aus, dass das grobe Spielprinzip von Mister X bzw. Scotland Yard bekannt ist. Dieses lässt sich wunderbar mit Instagram bzw. einem anderen sozialen Netzwerk nutzen, um damit eine Verfolgungsjagd mit Smartphones zu gestalten. Hierbei informiert Mister X seine Verfolger mittels Bild- und Standortinfos über seine aktuelle Position. Die Bilder sollten so gewählt sein, dass die Kinder anhand der Hintergründe bereits Rückschlüsse auf den Ort machen können, da die Standortangaben häufig sehr vage ausfallen können.

Die Gruppe, die ihn als erste schnappt, darf dies natürlich auch in einem Schnappschuss festhalten, damit alle anderen Gruppen Bescheid wissen und den Rückweg antreten können.

Der Abschluss des Spiels sollte auf jeden Fall eine ausführliche Reflektion beinhalten, die den Kindern und Jugendlichen noch einmal vor Augen führt, wie viel sie über sich selbst im Internet preisgeben, ohne es immer sofort zu merken.

 

unverortete Grüße und ein herzliches Cheers!

Eure Kahzn

Aus dem Medienpädagogik-Spielekoffer: Das Facebook-Offline-Spiel

Wollt ihr die Themen „Facebook“, „Privatsphäre“, „Datenschutz“ etc. gern mal in eurer Gruppenstunde aufgreifen und sucht dafür noch die richtige Methode?

Das Facebook-Offline-Spiel kann da genau das Richtige sein. Je nachdem, ob eure Gruppe eher aus Facebook-unerfahrenenen, -süchtigen oder -flüchtlingen besteht, kann man den Ablauf und die Schwerpunkte natürlich anpassen.

Ihr findet die Spielanleitung und die Druckvorlage sowohl hier als auch im Medienpädagogik-Materialkoffer des BDKJ Duisburg.

Facebook – Das Offline – Spiel

Quelle: stefankuehne.net  (adaptiert)

Dauer: ca. 1,5 Stunden (Ende offen, kann auch über ein Lager/Wochenende gespielt werden)

Anzahl Teilnehmer: Mind. 3, je mehr desto besser, auch gut für Großgruppen geeignet

Alter der Teilnehmer: Ab etwa 10 Jahre

Material:

–          Profilbogen

–          Pinnwände / Magnettafeln

–          Stecknadeln / Magnete

–          Stifte

–          Kleine Klebezettel

Vorbereitung:

Die Profilbögen werden nach Möglichkeit personalisiert und an das Alter bzw. den Interessenschwerpunkt der Gruppe angepasst. So sind vielleicht Hobbies und Lieblingsstars bei Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren interessanter als die politischen Ansichten, welche dann wieder ab 14 aufwärts an Relevanz zunehmen.

Ebenso kann man sich überlegen, ob man den Hintergrund, den Rahmen, den Titel oder andere Elemente des Profilbogens an den Ort oder an die jeweilige Gruppe anpasst, z.B. mit dem Gruppensymbol einer Anlehnung im Titel („Duisbook“, „MessdienerVZ“, „dpsg+“).

Durchführung:

Phase I (Registrierung)

Die Profilbögen werden an die Teilnehmer verteilt. Diese bekommen ca. 10-15 Minuten Zeit, um diese auszufüllen. Die Profile müssen nicht vollständig ausgefüllt werden. Fragen und Irritationen der Teilnehmer sammeln, um sie später in der Reflektion aufzugreifen.

Phase II (Umschauen)

Die Profilbögen der Teilnehmer werden an die Pinnwände bzw. Magnettafeln gehängt. Die Teilnehmer bekommen ein paar Minuten Zeit, sich die Profile der anderen anzuschauen.

Phase III (Interaktion)

Die Teilnehmer bekommen die Möglichkeit, die Profile anderer mit Hilfe der Klebezettel zu kommentieren. Auch das Kommentieren von Kommentaren ist erlaubt.

Phase IV (Reflektion)

Der Spielleiter spricht die genannten Fragen und Irritationen der Teilnehmer an und führt durch eine – im Idealfall mehr moderierte als vorgetragene – Reflektion des Spiels. Wer dieses Spiel für ein Seminar oder einen Workshop mit erwachsenen Teilnehmern nutzen möchte, kann die einzelnen Reflektionsteile auch zwischen die einzelnen Spielphasen mischen und das eigentliche Spiel so zur konzentrierten Pausenbeschäftigung nutzen.

Passend zu den einzelnen Phasen wären demnach Themenschwerpunkte:

Phase I – Datenschutz, Privatsphäre, Gruppendruck und Selbstdarstellung

Phase II – Pseudonymität/Anonymität, Neugier, Selbstbestätigung, Flaming/Bullying/Mobbing

Phase III – Bewusste / Unbewusste Öffentlichkeit, Wem gehören die Daten des Netzwerks?,  Was geschieht mit den Daten?, Geschäftsbedingungen eines Netzwerks und was man (alles nicht) dagegen tun kann

Profilbogen

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