Link-Tipp: Computerspiele zum Thema Flucht und Asyl

Der Medienpädagogik Praxis-Blog hat einen super interessanten Artikel veröffentlicht, der eine Reihe von Spielen auflistet,  die sich mit Themen wie Migration, Flucht, Rassismus, dem Alltag in Flüchtlingscamps oder Behörden beschäftigt.

Als Spieler taucht man damit hautnah in die Welt der Flüchtlinge ein und bekommt eine ganz besondere Perspektive auf diese Problematik. Meiner Meinung nach ein Muss für politisch engagierte Gruppen, zumal zu jedem Spiel direkt auch der relevante Artikel im Spieleratgeber-NRW verlinkt wird ;).

Das Thema Flucht ist hochaktuell. Täglich überqueren tausende Menschen die Grenzen der EU und stellen deren Mitgliedsländer vor eine gewaltige Herausforderung. Bei all den organisatorischen Schwierigkeiten übersehen viele aber schnell die Strapazen, welche die Flüchtlinge auf sich nehmen mussten, um sicheres Territorium zu erreichen. Welche Gründe hatten sie, ihr Land zu verlassen und ihr Leben zu riskieren?

Ein bisher eher ungewöhnliches Medium zur Vermittlung solcher Inhalte bilden Computerspiele.
In sogenannten Newsgames haben engagierte Spielehersteller und Journalisten – unter anderem die BBC und das UN-Flüchtlingswerk – versucht, die Erlebnisse und Gefahren auf der Flucht sowie die menschenunwürdigen Zustände in den Herkunftsländern und auf ihrer Reise in die EU erfahrbar zu machen.

über Computerspiele zum Thema Flucht und Asyl — Medienpädagogik Praxis-Blog

Mein Favorit bisher: „Papers, Please!„. Bei diesem Spiel schlüpft man in die Rolle eines Grenzbeamten,  der Reisepapiere kontrolliert. Klingt langweilig, ist es aber erstaunlicherweise überhaupt nicht. Ein Kommentator des Artikels (Anderer Max) fasst es ganz gut zusammen:

„Nach einiger Zeit können die häufigen Misserfolge und die recht eintönige Stempelarbeit ermüdend und frustrierend wirken (…)“

Das Spiel soll und muss ermüdend, gleichförmig und nervig sein.
Sinn des Spiels ist ja auch nicht, der beste Beamte von Arstotzka zu werden, sondern zu merken, was man da gerade macht und wieviel Macht ein Grenzbeamter über das Lebensschicksal von „Menschen“ hat und wie wenig Zeit ihm für eine korrekte prüfung jeder Einzelperson eigentlich bleibt. Über die Zeit merkt man, dass man eigentlich nur noch auf kleine Details achtet und quasi „betriebsblind“ wird. Da freut man sich sogar über ein zynisches „Upgrade“ des Stempelequipments 😉

Im Laufe des Spiels muss man sich auch z. B. entscheiden, ob man sich einer mysteriösen Rebellion anschließen will, oder lieber staatstreu die Kollaborateure meldet.
Das Spiel ist mehr, als nur ein witziger Grenzbeamtensimulator, es stellt uns vor moralische und menschliche Fragen, die wir in einem Mal Durchspielen auch nicht klären können werden.

Das spiel stellt grundsätzliche, menschliche Fragen, die wir ganz individuell beantworten können, aber auch mit den Konsequenzen „leben“ bzw. weiterspielen müssen.

Viel Spaß beim Anspielen!

Eure Kahzn

Spiele und Methoden zu WhatsApp. Heute: Gruppendruck und Medienstress

Facebook-Übernahme und der Veränderung der Datenschutzrichtlinien zum Trotz: An WhatsApp ist heutzutage kaum noch ein Vorbeikommen, vor allem in der Jugendarbeit.Der Nachrichtengigant ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt, was aber auch seine Gefahren hat, wenn diese den Dienst unreflektiert nutzen. In dieser Kurzreihe beschäftigen wir uns mit Methoden, Spielen und Projektideen, mit denen man verschiedene Themen rund um den beliebtesten Messengerdienst angehen kann, ohne Gebetsmühlenartig Warnungen von sich geben zu müssen.

Auch wenn viele der Kinder und Jugendlichen inzwischen eine ganz ansehnliche Medienkompetenz an den Tag legen, kann es manchmal sinnvoll sein, ihnen die Gefahren und Hintergründe dieses Messengerdienstes (wieder) ins Bewusstsein zu rufen. Denn seien wir mal ehrlich: Wir werden sie nicht davon abhalten können. Wir können ihnen aber Wege zeigen, wie sie ihn nutzen können, ohne es hinterher zu bereuen

Thema: Gruppendruck und Medienstress

Ein großes Problem, dessen sich gerade Jugendliche oft nicht bewusst sind, ist der soziale Druck, der mit WhatsApp einhergeht. Alle wollen dabei sein, weil vermeintlich alle dort sind. Wer nicht drin ist, fühlt sich (und ist auch häufig) außen vor. Außerdem tauschen gerade Jugendliche so viele Nachrichten über diesen Dienst aus, dass sie schnell an ihrem Handy kleben, um bloß keine Neuigkeiten zu verpassen.

Diese Problematik kann man unterschiedlich angehen:

    • Spiel für die Gruppenstunde: Ein Gruppenmitglied legt sein Smartphone auf einen Tisch in die Mitte. Alle anderen zücken ihre Handys und haben die Vorgabe, wild Nachrichten an dieses eine Smartphone zu schicken, sei es direkt oder über Gruppen, in denen derjenige Mitglied ist. Es darf kein Wort direkt an diese Person gesprochen werden. Die Zeit stoppen, bis derjenige vor Neugierde nach seinem Handy greift und nachschaut. Danach ist ein anderes Gruppenmitglied dran.
    • Gruppenstundenübergreifendes Projekt: Ihr gebt den Kindern Klickzähler mit, mit denen sie zählen sollen, wie oft sie am Tag auf Ihr Handy gucken (dabei bitte ALLES zählen, also auch, nach der Uhrzeit zu schauen ohne das Handy zu entsperren). Um realistische Zahlen zu bekommen (und den eigenen Konsum gleich mit zu reflektieren), sollte einer der Leiter (oder einfach alle) am Besten mitmachen. In der nächsten Gruppenstunde kann man das dann in der Gruppe reflektieren und ggf. Belohnungen an die Kinder verteilen, die sich besonders gut ‚zurückhalten‘ konnten.
    • Idee für Freizeiten: Alle Teilnehmer geben ihre Handys bei der Lagerleitung ab, können ihres aber zwischendurch durch ansprechen des zuständigen Leiters kurz benutzen („mal kurz was nachschauen“), aufladen oder sogar wieder mitnehmen. Jede dieser Aktionen wird mit der Zeit notiert und am Ende des Lagers ausgewertet. Abschließend gibt es eine Bestenliste und ggf. Preise für diejenigen, die am längsten ohne ihr Smartphone ausgekommen sind.

Das wars für heute an Inspirationen, mehr Themen gibts im nächsten Teil! 🙂

Gruß!
Eure Kahzn

2 Halloween-Projektideen für eure Jugendarbeit

Und schon ist wieder diese Zeit des Jahres, in der einem bei Google Ads nur noch Kürbisse schief angrinsen. Zur Abwechslung von den üblichen Kostüm-, Back-, Schmink-, Deko- oder Kochtipps zu Halloween wollen wir euch zwei coole Ideen für Medienprojekte vorstellen, die ihr thematisch in die gruselige Jahreszeit verbauen könnt.

1. Grusel-Hörspiel selbst erstellen. 

Schnappt euch einen Computer und ein handelsübliches Mikro oder Headset, ein kostenloses Audioprogramm (wie z.B. audacity) und legt los! Aufwand und Umfang eures Hörspiels hängen davon ab, ob ihr

1.) mit vorgefertigten Skripten arbeiten wollt oder die Kinder selbst eine Gruselgeschichte erfinden sollen

2.) ihr die Hintergrundgeräusche selbst einspielen wollt (ist meist aufwendiger als man es sich vorstellt!) oder ob ihr euch aus den gängigen Geräuschdatenbanken bedienen wollt (z.B. freesound.org)

3.)  ihr die Geschichte länger werden lassen wollt bzw. wie viele „Rollen“ ihr einbauen möchtet. Wenn alle Kinder sprechen sollen, wird es tendenziell länger. Alternativ kann man dem ein wenig entgegenwirken, indem man von vorneherein die Möglichkeit anbietet, sich beim Tonschnitt, Skripten, Tontechnik oder bei der Sounderstellung einzubringen.

Eine detaillierte Anleitung mit Hinweisen, worauf bei Hörspielaktionen generell zu achten ist, findet ihr hier (diese richtet sich eher an jüngere Gruppen, kann aber relativ problemlos auf Jugendgruppen umgedacht werden).

2. Geisterfotos

Ähnlich wie bei Lightpainting-Aufnahmen könnt ihr mit Hilfe der manuellen Einstellung eurer Kamera Verwacklungs- und Langzeitbelichtungseffekte nutzen, um coole Gruselaufnahmen mit euren Jugendlichen zu erstellen.

Je nachdem, wie fit sich eure Jugendlichen dabei anstellen, könnt ihr anschließend auch diverse Effekte mit Photoshop oder kostenfreien Bildbearbeitungsprogrammen darüberlegen und den Gruseleffekt der Bilder erhöhen.

Geisterfotos können gruselig, witzig oder... presserelevant sein (Quelle: Jon Feinstein @ Flickr, bestimmte Rechte vorbehalten)

Geisterfotos können gruselig, witzig oder… kopiert (?) sein (Quelle: Jon Feinstein @ Flickr, bestimmte Rechte vorbehalten)

ein schaurig schönes Halloween und danach ein besinnliches Allerheiligen wünscht euch

Eure Kahzn

Mein Versuch eines Grusel-Selfies

Mein Versuch eines Grusel-Selfies