Bildrechte once again: Arbeitshilfe und Formularvorlage

Ja, Bildrechte sind immer noch ein Thema. Und da es immer noch zu Verwirrungen, Fehlannahmen und Missverständnissen kommt, möchten wir an dieser Stelle auf eine schön erarbeitete Handreichung des Bayerischen Jugendrings hinweisen, die den Spagat zwischen allgemeiner Formulierung  und konkreter Anwendung schafft (z.B. sowohl Veröffentlichung von Bildern durch die Leiter auf Facebook / Webseite als auch Umgang mit Bildrechten durch Nutzer eines Gruppenforums). Außerdem ist sie sehr verständlich, übersichtlich und  hilfreich geschrieben.

Achtung: Ja, sie ist lang. Dafür deckt sie aber auch viele verbundene Themengebiete bereits mit ab und: Am Ende findet ihr eine kommentierte, generalisierte Formularvorlage, die Ihr nach euren Bedürfnissen konkretisieren und benutzen könnt.

Hier gehts zur Arbeitshilfe.

Wer sich die Arbeit sparen will und nur ein, zwei Bilder zu Illustrationszwecken braucht, kann sich natürlich auch auf freien stock-Fotobörsen bedienen, oder – wer auf authentische Fotos nicht verzichten will – kann auch darauf achten, nur Bilder zu veröffentlichen, auf denen niemand erkennbar ist.

 

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Eine Revision. „Good Guy Facebook“: Was sich mit der neuen Datenschutzrichtlinie -wirklich- ändert.

Vor etwas mehr als einem Monat wollte Facebook bereits seine Richtlinien ändern und wurde von europäischen Datenschützern ein wenig gebremst. Jetzt sollen die angekündigten Änderungen uns morgen ereilen. Ob wir es wollen oder nicht. Denn widersprechen geht natürlich nicht. (Schon gar nicht mit so einem blöden Bild!).

Aber was genau fanden die Datenschützer denn so schlimm? Eigentlich klangen facebooks Ankündigungen im Rahmen der Aufklärungskampagne doch gar nicht mal so schlecht, weswegen ich mich auch zu dieser zugegeben wenig kritischen Auseinandersetzung hinreißen ließ:

Transparenz scheint das neue Marketing-Schlagwort zu werden. Denn kaum erzähle ich euch von der Informationskampagne der beliebtesten Suchmaschine der Welt, schon kommt Facebook um die Ecke und schlägt in dieselbe Kerbe. Heute gingen an alle deutschsprachigen Facebook-Nutzer E-Mails und Benachrichtigungen über die geplanten Änderungen beim Datenschutz raus, und diese können sich sehen lassen. Für diejenigen unter euch, denen der Text zu lang war und wer nicht auf die weiterführenden Links geklickt hat, dem erkläre ich an dieser Stelle kurz und knapp die wichtigsten Änderungen:

1. Die Standardeinstellung bei Postings wird nun von „öffentlich“ auf „Freunde“ umgestellt, damit unerfahrene Nutzer nicht unwissentlich öffentlich posten.

2. Ändert man seine Posting-Einstellungen auf „öffentlich“, wird ein neuer Reminder einen beim nächsten Post daran erinnern.

3. Zusätzlich startet ab nächstem Jahr ein sogenannter „Privacy-Checkup“ (quasi eine Privatsphäre-Tour), der jeden erfahreneren Nutzer dabei anleiten will, seine Privatsphäre-Einstellungen gegenzuprüfen.

4. Last but not least: Mein absoluter Favorit. ANONYMOUS LOGIN.

Ja. Ihr habt richtig gelesen. Ihr erinnert euch noch an die Liste von Berechtigungen, die jede kleine App euch abverlangt hat, wenn ihr euch über Facebook eingeloggt habt? Wenn das hier in dem Umfang angeboten wird, wie es vorgestellt wird, dann kann man demnächst seinen Facebook-Account nutzen, um sich einfach und schnell in verschiedene Dienste einzuloggen, bleibt für den jeweiligen Dienst aber zunächst einmal völlig anonym! Diese App kann dann logischerweise auch nicht in eurem Namen posten oder anderen Unfug mit euren Daten treiben. Sollte sie dann doch mal spezielle Berechtigungen für eine bestimmte Funktion benötigen, fragt sie diese separat ab, während ihr sie nutzt. Hach, wat wäre datt schön. Bleibt zu hoffen. Im übrigen hat facebook auch sein „normales“ Login-Verfahren überarbeitet und bietet nun die Möglichkeit, einzelne Berechtigungen NICHT zu erteilen. Selbstverständlich reicht das alles noch bei weitem nicht, um alle Datenschutzaspekte, die einem beim Thema facebook einfallen, einfach wegzuwischen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist es aber allemal.

Huch, was war denn da mit mir los? Ich muss wohl die babyblaue Kritiklosigkeitsbrille aufgehabt haben. Denn so schön und einfach, wie das hier klingt, ist es natürlich nicht.

Der Handel mit Daten ist ein kompliziertes, aber furchtbar lukratives Geschäft und – zum Glück für die Beteiligten – von außen nicht so leicht zu durchschauen. Wer da mal Einblick bekommen möchte, ohne gleich irgendwelche schrecklich langweiligen Fachschmöker durchlesen zu müssen, dem empfehle ich als Alternative ein kostenloses Online-Spiel (ja das ist mein ernst!), das man zur Zeit entweder als Demo oder als geschlossene Beta testen kann: Data Dealer.

Facebook hat uns ein paar Bonbons hingeworfen, damit wir den eigentlichen Deal im Hintergrund nicht bemerken: Nämlich, dass sie – mal wieder – unsere Daten noch viel schamloser und konzentrierter aushorchen und zu Werbezwecken weiterverwenden wollen, als bisher. Ortsdaten und besuchte Webseiten sollen z.B. in Zukunft ausgelesen und verwertet werden, um euch z.B. „die Speisekarten der Restaurants in deiner Nähe“ anzubieten. Am besten noch angepasst an deinen persönlichen Geschmack. Und dein Budget.

Diese Daten, meine Lieben, könnt ihr facebook auch nicht verwehren, so schön die tolle neue Berechtigungs-welt auch klingt. Denn diese Neuerungen, von denen die Rede war, beziehen sich vor allem auf DRITTE. Facebook selbst behält dabei weiterhin den Zugriff und alle erdenklichen Rechte an euren Daten. Auch zum Speichern, zur weiteren Nutzung und zum Weiterverkauf.

Dabei wird euch natürlich nicht gesagt, was mit den Daten passiert, wo sie sich befinden oder wer alles Zugriff darauf hat. Der Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Düsseldorfer Medienrechtskanzlei WBS hat das mal schön zusammengefasst:

Fazit also: Legal ist das nicht, was facebook da macht, aber wehren können wir uns gegen dieses Gebahren auch nicht so wirklich. Außer durch die Löschung unseres Accounts.

Wenn ihr das allerdings im Sinn hattet müsst ihr euch aber beeilen: Die neuen Richtlinien kommen nämlich schon morgen. Ob legal oder nicht, ob ihr einverstanden seid oder nicht.

Cheers!

Eure leicht zermürbte Kathi

Aus dem Medienpädagogik-Spielekoffer: Das Facebook-Offline-Spiel

Wollt ihr die Themen „Facebook“, „Privatsphäre“, „Datenschutz“ etc. gern mal in eurer Gruppenstunde aufgreifen und sucht dafür noch die richtige Methode?

Das Facebook-Offline-Spiel kann da genau das Richtige sein. Je nachdem, ob eure Gruppe eher aus Facebook-unerfahrenenen, -süchtigen oder -flüchtlingen besteht, kann man den Ablauf und die Schwerpunkte natürlich anpassen.

Ihr findet die Spielanleitung und die Druckvorlage sowohl hier als auch im Medienpädagogik-Materialkoffer des BDKJ Duisburg.

Facebook – Das Offline – Spiel

Quelle: stefankuehne.net  (adaptiert)

Dauer: ca. 1,5 Stunden (Ende offen, kann auch über ein Lager/Wochenende gespielt werden)

Anzahl Teilnehmer: Mind. 3, je mehr desto besser, auch gut für Großgruppen geeignet

Alter der Teilnehmer: Ab etwa 10 Jahre

Material:

–          Profilbogen

–          Pinnwände / Magnettafeln

–          Stecknadeln / Magnete

–          Stifte

–          Kleine Klebezettel

Vorbereitung:

Die Profilbögen werden nach Möglichkeit personalisiert und an das Alter bzw. den Interessenschwerpunkt der Gruppe angepasst. So sind vielleicht Hobbies und Lieblingsstars bei Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren interessanter als die politischen Ansichten, welche dann wieder ab 14 aufwärts an Relevanz zunehmen.

Ebenso kann man sich überlegen, ob man den Hintergrund, den Rahmen, den Titel oder andere Elemente des Profilbogens an den Ort oder an die jeweilige Gruppe anpasst, z.B. mit dem Gruppensymbol einer Anlehnung im Titel („Duisbook“, „MessdienerVZ“, „dpsg+“).

Durchführung:

Phase I (Registrierung)

Die Profilbögen werden an die Teilnehmer verteilt. Diese bekommen ca. 10-15 Minuten Zeit, um diese auszufüllen. Die Profile müssen nicht vollständig ausgefüllt werden. Fragen und Irritationen der Teilnehmer sammeln, um sie später in der Reflektion aufzugreifen.

Phase II (Umschauen)

Die Profilbögen der Teilnehmer werden an die Pinnwände bzw. Magnettafeln gehängt. Die Teilnehmer bekommen ein paar Minuten Zeit, sich die Profile der anderen anzuschauen.

Phase III (Interaktion)

Die Teilnehmer bekommen die Möglichkeit, die Profile anderer mit Hilfe der Klebezettel zu kommentieren. Auch das Kommentieren von Kommentaren ist erlaubt.

Phase IV (Reflektion)

Der Spielleiter spricht die genannten Fragen und Irritationen der Teilnehmer an und führt durch eine – im Idealfall mehr moderierte als vorgetragene – Reflektion des Spiels. Wer dieses Spiel für ein Seminar oder einen Workshop mit erwachsenen Teilnehmern nutzen möchte, kann die einzelnen Reflektionsteile auch zwischen die einzelnen Spielphasen mischen und das eigentliche Spiel so zur konzentrierten Pausenbeschäftigung nutzen.

Passend zu den einzelnen Phasen wären demnach Themenschwerpunkte:

Phase I – Datenschutz, Privatsphäre, Gruppendruck und Selbstdarstellung

Phase II – Pseudonymität/Anonymität, Neugier, Selbstbestätigung, Flaming/Bullying/Mobbing

Phase III – Bewusste / Unbewusste Öffentlichkeit, Wem gehören die Daten des Netzwerks?,  Was geschieht mit den Daten?, Geschäftsbedingungen eines Netzwerks und was man (alles nicht) dagegen tun kann

Profilbogen

Für dieses Dokument   sind bestimmte Rechte vorbehalten.

Nazis im Netz

Früher war alles einfacher: Da waren Nazis noch glatzköpfig, trugen Baseballschläger und Bomberjacken und machten großzügig vom Hitlergruß Gebrauch.

Da aber inzwischen jedes Kind erkennt, dass man so keine Freunde gewinnt, hat die rechte Szene nun ihre Strategie geändert, um für Nachwuchs zu sorgen: Sie nutzt soziale Netzwerke, um sich unters Volk zu mischen und skandiert schon lange nicht mehr offen rechte Parolen (die ja immerhin zur Sperrung des Accounts führen könnten).

Man ist subtiler geworden. Hat Strategien entwickelt. Ein paar davon habe ich einmal für euch gesammelt, mal schauen, ob ihr sie wiedererkennt:

„- Wir schlagen eure Geschichtsbücher zu und wollen unsere Identität selbst wiederfinden.

– Wir sind die Bewegung, die den Fernseher ausgeschaltet hat, um selbst zu denken.

– Wir sind die Bewegung, die heute eine Wahl trifft: Sich zu stellen und in erster Reihe zu stehen.“

Klingt doch erst einmal nicht verkehrt oder? Vielleicht etwas rabiat, aber nicht falsch. Diese Zeilen stehen in der Selbstdarstellung der „Identitären Bewegung“. Weiter geht es dann mit:

„- Wir sind die Bewegung, die lieber in die Offensive geht, als feige alles abzunicken, in Tatenlosigkeit zu verharren und sich selbst zu leugnen.

– Wir sind die Bewegung, die auf unsere Identität, unser Erbe, unser Volk und unsere Heimat schaut und erhobenen Hauptes dem Sonnenaufgang entgegengeht!“

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Schnell merkt man, dass da wohl mehr braune Soße drin ist als die Seitenbetreiber es gerne zugeben wollen. Und wenn man erst die Seite näher unter die Lupe nimmt, stellt man fest, dass da so manch einer sehr offen zu seiner politischen Richtung steht und wenn vielleicht nicht offen unterstützt, so doch ziemlich lange geduldet wird.

Was Gruppen wie die Identitären so gefährlich macht, ist ihre Unbestimmtheit: Da sie sich nicht offen rechts bekennen, können sie viel länger im Netz bleiben und eine Anhängerschaft ansammeln, die den Eindruck einer Bewegung macht.

Selbstverständlich wird da aber viel aufgebauscht und vergrößert. Slogans werden umgetextet, teils mit direktem Bezug zu den Linken. Themen werden umgedeutet. Begriffe werden umformuliert, damit man sie wieder ungestört nutzen kann: Aus „Rassismus“ wird „Ethnopluralismus“. Man spricht nicht mehr von Abschieben, sondern schürt die Angst einer „Überfremdung“ und gleichzeitig spricht man von „Assimilation als Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Das Netz ist voll von solchen Widersprüchen. Und doch klingen manche von ihnen sehr klug und überlegt, sind oft auch von vermeintlich schlauen Menschen mit wohlklingenden Titeln vorgestellt.

Doch Gruppen sind nichts ohne die Menschen, die sich in ihnen tummeln: Außer dir und mir, die wir uns natürlich bloß aus journalistischem Interesse und völlig neutral dort befinden, gibt es da noch diverse Nationalisten, Rechtsextreme, Verschwörungstheoretiker, nationale Frauen, Islamhasser, rechte Parteianhänger, Spießbürgerliche und junge Umdenker. Sie sollen die „Masse“, das Gros dieser Gruppen ausmachen, die Inhalte mit Kommentaren füllen und das eigentliche Interesse wecken: Denn extreme Meinungen erregen Aufmerksamkeit und erhöhen die Viralität solcher Gruppen.

Aber natürlich bekommt man dadurch nicht automatisch neue Mitglieder.

Das eigentliche Locken der Rechten beginnt viel subtiler. Es sind immer die gleichen Themen und die gleichen Reaktionen, die sie hervorrufen. Wichtig ist nur: Sie sind hochgradig emotional und rufen im Angesprochenen automatisch eine Bejahende Reaktion hervor.

„Für echte Meinungsfreiheit!“

„Islamisierung? Nein Danke!“

„Schützt unsere Kinder! Gegen Kindesmissbrauch“

Es sind Bilder oder Videos , die geteilt werden, oder auch Aufrufe zu Flashmobs und anderen beliebten Aktionen, die diese Themen immer wieder durch die Kommentarmühle bei Facebook jagen und so Aufmerksamkeit erzeugen.

Schließlich und endlich gibt es ja noch Humorseiten, die bewusst politisch unkorrekt sind, um Kinder und Jugendliche zu ködern. Denn was lässt einen sympathischer wirken als Humor? Insbesondere dann, wenn er auch noch EIGENTLICH total plump, rassistisch, beleidigend und irgendwie nicht in Ordnung ist? Aber darüber lachen muss man ja schließlich trotzdem.

Also kann es nicht so schlimm sein….

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Wer mehr Infos dazu möchte, findet sie unter:

klicksafe.de

netz-gegen-nazis.de

jugendschutz.net

hass-im-netz.info

no-nazi.net

www.amadeu-antonio-stiftung.de

Cheers,

Eure Kahzn

[und wer mal den witzigen Beitrag eines ausländischen Rappers zu diesem Thema hören möchte, findet ihn hier: 😉 ]

Stichwort Impressumspflicht: MUSS ich ein Impressum auf meiner Facebookseite angeben?

Ja wie ist das denn nun, brauche ich ein Impressum für meine Facebookseite?

Die Antwort ist einfach: Im Zweifelsfall ja.

Und warum?

Da hat das Bundesjustizministerium ziemlich klare Worte für gefunden:

„Die Anbieterkennzeichnungspflicht muss praktisch von jedem, der ein Online-Angebot
bereithält, erfüllt werden.
Etwas anderes gilt nur bei Angeboten, die ausschließlich privaten oder familiären
Zwecken dienen und die keine Auswirkung auf den Markt haben.
Im Zweifel sollten Sie davon ausgehen, dass die Anbieterkennzeichnungspflicht
besteht.“ (aus dem Leitfaden zur Anbieterkennzeichnung des BMJ)

Hier ist wichtig zu betonen, dass mit „keine Auswirkungen auf den Markt“ nicht bedeutet, dass man mit seiner Seite kein Geld verdient, sondern dass man damit auch kein Geld verdienen könnte ;).

Wie muss mein Impressum aussehen?

Dies kann je nach Rechtsform des Seitenbetreibers unterschiedlich sein.

Bei Vereinsseiten gilt aber:

  • Name des Seitenbetreibers
  • (vollständige ladungsfähige) Postanschrift (keine Postfächer!)
  • Name des Vereins und dessen Rechtsform (e.V.)
  • Name des gesetzlichen Vertreters (Vorstand)
  • Kontaktinformationen: E-Mail-Adresse + entweder Telefonnummer oder ein anderes Kommunikationsmittel (z.B. Anfragemaske)

Wo muss ich es platzieren?

Leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar (also auch über mobile Systeme!). Weitere Infos dazu findet Ihr im Leitfaden des BMJ.

Wie ist das mit dem Haftungsausschluss?

Beliebt, aber leider kein absoluter Schutz vor Abmahnungen sind sogenannte „Disclaimer“ oder Haftungsausschlüsse. Darin erklärt ein Seitenbetreiber, dass er nicht für Inhalte auf verlinkten Seiten haftet. Dies mag vernünftig klingen, funktioniert vor Gericht aber nicht immer. Besser ist es da, darauf hinzuweisen, dass

„man die verlinkten Quellen sorgfältig ausgewählt hat, aber nicht ständig auf ihre (weiterhin bestehende) Rechtmäßigkeit überprüfen kann. Sofern auf verlinkten Webseiten später Rechtsverletzungen auftreten, kann man um Hinweis bitten und ankündigen, dass man die Sache überprüft und den Link gegebenenfalls entfernt.“ (Den vollständigen Text dazu findet ihr auf irights.info)

Und wie mache ich das jetzt auf Facebook?

Jetzt wird es knifflig: Zusätzliche Seiten auf der eigenen Facebook-Profilseite oder Fanpage einbauen kann technisch sehr aufwendig und teils nicht ganz ausreichend sein. Wenn man es nämlich geschafft hat, ein Seitenimpressum als zusätzliches Tab einzufügen, wird man feststellen, dass dieser leider nicht in der mobilen Version von Facebook erscheint, Daher hier auch der Hinweis: Fügt dann besser sicherheitshalber noch einen Link zum Impressum in die Info-Box.

Eine ausführliche Zusammenfassung und Hilfestellung zur Erstellung des eigenen Facebook-Impressums findet ihr unter e-recht24.de, darunter auch folgendes Video für die Lesefaulen unter uns:

So weit meine Erkenntnisse zur Impressumspflicht.

Wenn ihr Fragen, Anmerkungen oder sonstigen Senf dazu habt: Immer schön kommentieren!

Edit vom 04.02.2015: Die Kanzlei Wilde, Beuger und Solmecke hat auf ihrem Facebook-Channel einen interessanten Fall zum Thema Impressumspflicht bearbeitet:

Cheers,

Eure Kahzn

Bildrechte: Die Kurzfassung

Für alle diejenigen, die keine Zeit für den Roman dazu hatten, einmal die Zusammenfassung zur Frage:

Was muss ich beachten, wenn ich Fotos von meinen Gruppenaktionen online stellen will?

Ich darf Meine Fotos (auf denen Personen abgebildet sind),

  • auf einer Seite mit Passwortschutz (z.B. Dropbox, Google Drive, SkyDrive) einstellen
  • veröffentlichen, wenn ich entweder das
    • Einverständnis des Abgebildeten (Ü18) oder das
    • Einverständnis BEIDER Elternteile eingeholt habe

Ich darf nicht

  • Fotos von anderen
    • Uneingeschränkt auf meiner Facebook-Pinnwand teilen
    • oder auf Fotosharing-Diensten wie Flickr oder Picasa einstellen, ohne sie vorher zu fragen (Veröffentlichung)
    • [Ausnahme: Wenn ich die Privatsphäre-Einstellungen so weit herabsetze, dass nur bestimmte Personen aus meinem persönlichen Kreis die Fotos sehen können, gilt dies nicht als Veröffentlichung ]

Rechtliche Grauzone:

  • Es ist noch nicht ganz geklärt, ob Vorab-Einverständniserklärungen juristisch nicht evtl. anfechtbar sind
  • sicherer (aber aufwendiger):  Nach dem Lager/ der Aktion, vor Veröffentlichung noch einmal mit dem Eltern abklären (evtl. einen Eltern-Foto-Abend direkt nach dem Lager veranstalten, bevor die Fotos veröffentlicht werden)

Legale Alternativen (wenn mal schnell ein Bild hermuss):

Wie immer gilt: Sollte ich etwas vergessen haben, könnt ihr es gerne in einem Kommentar ergänzen :).

Cheers,

Eure Kahzn

Mal was zu Bildrechten: Damit Sommerlagerbilder nicht zum Streitgrund werden

Jeder Jugendleiter kennt das Problem: Man hat tolle Bilder von der letzten Ferienfahrt gemacht und weiß nicht so richtig, was man nun damit machen darf und was nicht. Dieser Beitrag soll ein wenig Licht ins Dunkel bringen und die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Bildrechten beantworten.

Wer besitzt die Rechte an dem Bild, das ich geknipst habe?

Boat_Kid_Drawer_6247_by_Agus_EM

Sobald ich ein Foto von einer Person mache, werde ich zum Urheber des Bildes, darf es im privaten Rahmen kopieren, ausdrucken, einrahmen und bei mir zu Hause an die Wand hängen und es meiner Familie und meinen Freunden zeigen. Will ich es allerdings veröffentlichen, kommt das Recht am eigenen Bild ( §22 des Kunsturhebergesetzes) ins Spiel:

Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.

Da auf Sommerlagerfotos meist Minderjährige zu sehen sind, braucht man das Einverständnis BEIDER Eltern ( §§ 16271629 BGB), um diese veröffentlichen zu dürfen. Trotzdem kann es nicht schaden, das Kind selbst auch zu fragen, ob es damit einverstanden ist.

Möchte man „nur mal eben“ einen Post zur letzten Gruppenaktion auf die Facebook-Seite setzen und braucht zur Illustration noch ein Foto, sollte man auf „sicheres“ Bildmaterial zurückgreifen, auf dem entweder gar keine Kinder zu erkennen sind, oder nur diejenigen, deren ausdrückliche Erlaubnis man bereits hat. Wahlweise kann man auch auf den Service von kostenpflichtigen Foto-Datenbanken wie fotolia.com zurückgreifen. Oder man klickt sich durch die ständig wachsende Zahl an frei verfügbaren Fotos mit Creative-Commons-Lizenzen.

Edit: Tatsächlich ist es nicht erlaubt, Fotos von fotolia und Co. auf facebook und ähnlichen sozialen Netzwerken hochzuladen, da man damit gleichzeitig auch deren Nutzungsrechte an die entsprechenden Unternehmen weitergibt. Stattdessen kann man diese Bilder z.B. auf der eigenen Homepage hochladen und über facebook darauf verlinken.

Die Bildrechte sind ein sehr schwammiger unübersichtlicher Bereich mit vielen Sonderfällen und Ausnahmen. Wer da noch einmal genauer nachlesen will, dem empfehle ich den passenden Beitrag von Thomas Pfeiffer auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung: http://pb21.de/2011/09/das-recht-am-eigenen-bild-teil-i-die-theorie/ .

Wie hole ich mir das Einverständnis der abgebildeten Personen?

Thumbs_up

Am Besten schriftlich (im Übrigen fallen E-Mails auch in diesen Bereich).

Viele Leiter versuchen sich abzusichern, indem Sie vor Beginn einer Veranstaltung, eines Ausflugs oder Lagers eine entsprechende Passage in die Anmeldung setzen. In dieser wird darauf hingewiesen, dass während der Veranstaltung Fotos gemacht und anschließend veröffentlicht werden. Zwar halten  Vorab-Ankündigungen vor Gericht nicht immer stand, mindern  das Streitpotential aber erheblich.

Wer ganz sicher sein will, lässt sich vor Veröffentlichung noch einmal von den Abgebildeten bzw. deren Eltern bestätigen, dass sie wirklich und konkret in diesem Fall mit diesem Bild damit einverstanden sind. Ebenso macht es für viele Eltern einen Unterschied, ob man bloß das Bild des Kindes veröffentlicht, oder ob man es direkt dabei auch namentlich nennt bzw taggt. Klärt dies unbedingt vorher mit ab!

Einen praktikablen Ansatz stellt der Blog der evangelischen Kirche in Westfalen vor: Man kann auf der Ferienfreizeit auch ein jugendliches Redaktionsteam zusammenstellen, das sich zunächst Kriterien für einen Foto-Kodex überlegt, die man dann gemeinsam mit den Teilnehmern der Freizeit festlegt. Dadurch können sich die Kinder und Jugendlichen einmal selbst mit ihren Persönlichkeitsrechten auseinandersetzen und können aktiv mitentscheiden, welche Art von Fotos sie veröffentlicht sehen möchten und welche nicht. Dieses Redaktionsteam ist dann für die Dokumentation des Lagers verantwortlich und soll dann nicht mehr als 10 aussagekräftige Fotos auswählen, die für die Veröffentlichung freigegeben werden können. Daraufhin werden dann nur noch die Kinder, die darauf abgebildet sind, um ihre Erlaubnis gefragt (vorbehaltlich des Einverständnisses ihrer Erziehungsberechtigten natürlich).

Dieser Ansatz macht eine kontinuierliche Elternarbeit und schriftliche Absicherung nicht überflüssig, aber er stellt eine Möglichkeit dar, etwas geschickter mit der Problematik umzugehen.

 

Wie ist das mit Facebook denn nun?

facebook

In den „Rechten und Pflichten“ steht dazu:

Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, unentgeltliche, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“).

Im Klartext heißt das: Alles und Nichts. Diese Formulierung ist bewusst extrem offen gehalten und es ist noch überhaupt nicht geklärt, ob sie rechtlich wirksam ist (siehe dazu: http://irights.info/inhalte-auf-facebook-veroffentlichen-was-muss-ich-beachten).

Wenn diese aber so vollständig wirksam ist, dann ist vor allem der Unterpunkt zur Unterlizenzierung wichtig. Denn damit kann Facebook die Nutzungsrechte an deinen Inhalten an Dritte weitergeben, was u.a. auch eine weitere Verbreitung und Veröffentlichung beinhaltet.

Daher macht es Sinn, auch bei Postings auf der eigenen Pinnwand mit den „richtigen“ Privatsphäreeinstellungen Vorsicht walten zu lassen.

Fanpages  sind ohnehin immer öffentlich zugänglich und können von Suchmaschinen wie Google oder Bing gefunden werden. Daher gilt ein Posting darauf automatisch als Veröffentlichung.

Ein spezielles Dossier zum Thema „Smartsurfen“ speziell für Pfadfinderleiter/innen mit weiteren Infos zu Medienarbeit bei den Pfadfindern findet ihr unter: http://www.pfadfinden.de/fileadmin/BUND/projekte/surfsmart/rdp_Smartsurfen_Broschuere.pdf

So weit, so gut!

Wenn Ihr noch Fragen, Anmerkungen oder Ergänzungen zu dem Beitrag habt, könnt Ihr gerne kommentieren!

Cheers,

Eure Kahzn