Pokémon GO in der Jugendarbeit.

Datenschutz, pädagogische Aspekte und Anwendung in der Jugendarbeits-Praxis.

An dem Phänomen Pokémon Go gibt es zur Zeit kein Vorbeikommen. Mittzwanziger spielen es, ihre kleinen Geschwister auch, und sogar in der Citypastoral findet es schon Verwendung. Was hat das für Auswirkungen auf mich in meiner Jugendarbeit? Muss ich mich damit irgendwie auseinandersetzen?

Nun, schaden kann es nicht. Aber keine Sorge: Niemand erwartet von dir, dass du dich jetzt sofort auch von dem Hype anstecken lässt, wenn du das nicht willst. Es ist ja auch gut möglich, dass es schnell wieder abflaut. Allerdings darf man dabei nicht außer Acht lassen, dass Pokémon als Marke bereits lange genug existiert, um diesem Trend eine gewisse Stabilität zu verheißen. [Ich für meinen Teil würde fürs Erste davon ausgehen, dass es einen ähnlich langen Atem haben wird wie Minecraft, und damit als Teil der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen nicht ignoriert werden sollte, aber das muss jeder für sich entscheiden.]

Ja gut, was daran ist dann für mich als Jugendleiter relevant? In diesem Artikel setze ich im wesentlichen Voraus, dass das Spielprinzip bekannt ist. Wer es gar nicht kennt, dem empfehle ich den etwas detaillierteren Artikel von spieleratgeber-nrw. Der Beitrag ist gegliedert in drei Hauptaspekte: Datenschutz, pädagogische Aspekte und Anwendung in der Praxis.

Zum Datenschutz 

Hier stellt sich die Angelegenheit eigentlich relativ einfach dar: Die App sammelt Standortinformationen  ihrer Nutzer, was für die Spielmechanik logischerweise unverzichtbar ist. Außerdem werden auch personenbezogene Daten erhoben, die dann, wie mittlerweile (leider) üblich, auch an Dritte (zu Marketingzwecken, Ermittlungszwecken, etc.) weitergegeben werden. Das Spiel wurde von der Google-Tochter Niantic hergestellt und betrieben, die sich aber mittlerweile vom Mutterkonzern abgespalten hat.

Nichtsdestotrotz würde ich die datenschutzrechtliche Lage ähnlich wie bei Google sehen. Und da Google ja schon seit Jahren fröhlich unsere Standortdaten sammelt – kann man sich übrigens wunderbar in seiner Location History angucken – und es niemanden mehr so wirklich zu stören scheint, würde ich das mal als weniger dramatisch ansehen (zumal man im Falle dieses Spiels den direkten Sinn und Zweck dieses Datenzugriffs auf der Hand hat).

Dementsprechend halte ich, um noch einmal auf die Jugendleiter-Prespektive zu kommen, Warnungen an eure Gruppenkinder à la „Guckt euch mal an, wie viele Berechtigungen das Spiel haben will!“ für wenig erfolgsversprechend. Leider!

Pädagogische Aspekte

Erstmal zu den positiven Aspekten des Spiels:

Bewegung. Eine Grundidee des Spiels basiert darauf, dass man seinen Hintern raus aus den eigenen Vier Wänden und an die frische Luft bewegt. Das wird u.a. dadurch erreicht, dass sog. Pokestops und Kampfarenen wild in der Stadtkarte verteilt wurden und man sein Smartphone in deren Nähe bewegen muss. Außerdem gibt es im Spiel Features, die das Ablaufen besonders langer Strecken fördern (z.B. kann man Pokemon-Eier ausbrüten, indem man sich bewegt. Je länger die Strecke, die man für ein Ei ablaufen muss, desto seltener ist meist das Pokemon, das sich darin befindet). Endlich mal ein Spiel, das erfolgreich eine ganze Generation vor die Tür bekommt :).

Soziale Kontakte. Parallel zur Verbreitung des Spiels haben sich schnell auch überall in den sozialen Netzwerken Gruppen und Foren geöffnet, in denen es darum geht, gemeinsam auf die beliebte Pokemon-Jagd zu gehen oder gegeneinander anzutreten. Wie kaum ein anderes Spiel, das ich kenne, regt Pokémon GO dazu an, sich auch mit fremden auf der Straße auszutauschen, ins Gespräch zu kommen und vielleicht sogar neue Freunde zu finden.

Flexibilität. Weder die Ladezeiten noch der zeitliche „Grundumsatz“, den man leisten muss, wenn man das Spiel öffnet, sind besonders hoch. Daher eignet es sich prima für Zwischendurch, für den Schul- und Nachhauseweg, Bahnfahrten oder längeres Schlangestehen. Es ist zu jedem Zeitpunkt ohne großen Verlust möglich, das Spiel zu unterbrechen oder auszuschalten und an der selben Stelle (ja gut, vielleicht nicht örtlich) wieder einzusteigen.

Niederschwelligkeit. Die Steuerung ist intuitiv, einfach und kommt im wesentlichen ohne viel Text aus. Dadurch können es schon Kinder im Vorschulalter oder Menschen mit Leseschwierigkeiten im Wesentlichen problemlos spielen. Es ist leicht zugänglich und kostenfrei im Appstore zu haben.

 

Zu den Gefahren:

Unaufmerksamkeit. Klar. Wer durch die Gegend läuft und dabei auf sein Handy starrt, bekommt nicht immer mit, was um einen herum passiert. Sowas lernen die Kinder meist aber selbst sehr schnell, wenn sie das erste mal vor eine Laterne laufen oder über einen Bordstein stolpern. Bei besonderen Härtefällen, die zu oft zu sehr darin versinken, kann es helfen, darauf hinzuweisen, dass es bei dem Spiel eine Akkuspar-Option gibt, die das Display abschaltet und nur dann vibriert, wenn etwas Interessantes (z.B. ein Pokestop oder ein wildes Pokemon) in der Nähe ist. Wenn selbst das nichts hilft, kann man sich z.B. aus dieser Liste von unerfreulichen Vorkommnissen im Zusammenhang mit Pokemon GO  (die ich mit einer Prise Skepsis nehmen und unter „urbane Legenden“ verbuchen würde), diejenige als Beispiel heraussuchen, die für den jeweiligen pädagogischen Anschauungszweck die passendste ist (leider auf Englisch!).

Suchtgefahr. Nun, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist der Suchtfaktor des Spiels offensichtlich. Wie stark dieser auf Dauer wirkt, wird sich zeigen und hängt u.a. von den Entwicklern, den Spielern und auch von der Akzeptanz der Nicht-Spielenden ab.

Ich persönlich spiele es auch ab und zu und habe darin bisher noch nicht viel Potenzial für eine Langzeit-Sucht bemerkt, da sich die Möglichkeiten bisher in Grenzen halten: Ich kann Pokemon sammeln (ca. 150 Stück), was aber verhältnismäßig schnell gesättigt sein wird, wenn vom Entwickler nicht relativ zügig Pokémon nachgeliefert werden.

Außerdem gibts durch die Einteilung in Teams und das Umkämpfen der Arenen noch ein gewisses Suchtpotenzial, das von etwas andauernder Wirkung sein kann. Allerdings kann ich mir auch hier vorstellen, dass es ab einem bestimmten Punkt eher demotivierend wirken kann, wenn die Arenen in der eigenen Umgebung irgendwann alle von unschlagbar starken Pokémon verteidigt werden, die man als Gelegenheitsspieler niemals herausfordern kann.

In-App-Käufe. Das Spiel selbst ist kostenlos im App-Store zu bekommen. Will man aber besonders hilfreiche Items, wie z.B. Pokébälle oder Rauch (zum Anlocken von Pokémon) haben, kann man sich das Leben leichter machen und diese indirekt über eine ingame-Währung für echtes Geld kaufen. Dass so etwas, gepaart mit pfiffigen Kindern und unaufmerksamen Erwachsenen sehr schnell in äußerst erschreckenden Kreditkartenabrechnungen enden kann, brauche ich wohl niemandem mehr zu erklären.

So, jetzt habe ich aber mal genug gewarnt. Last but not least zu dem Thema:

Anwendung in der Praxis:

Kann man ein Großgruppen- oder Geländespiel fürs Ferienlager aus der Spielmechanik von Pokémon GO klöppeln?  Meiner Erfahrung nach kommen Spielprinzipien, die die Kinder in Ihrer Freizeit schon gerne spielen, in der Gruppenstunde oder in Lagern auch immer gut an, weil man sie nicht mehr groß erklären muss und schneller zur Sache kommen kann. Wäre es mit einer Erweiterung des bekannten Schmugglerspiels getan, bei der die Kinder Leiter aufhalten müssen, die wiederum Pokémon in verschiedenen Konstellationen mit sich herumtragen? Oder würdet ihr es eher wie eine Schnitzeljagd aufbauen? Man könnte sich auch auf den Aspekt des Arenen-Verteidigens konzentrieren und verschiedene Teams um „Ringe“ (z.B. Hulahoopreifen) ringen lassen (Haha Wortwitz!). Diese Fragen lasse ich bewusst an dieser Stelle mal offen, schreibt eure Ideen und Ergänzungen in die Kommentare!

Liebe Grüße, 

eure Kahzn aka Kathi vom BDKJ Duisburg

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Tor und HTTPS – Endlich verständlich!

Die Webseite Electronic Frontier Foundation bietet nun eine nette Animation an, mit der auch solche Datenschutz-Noobs wie ich endlich verstehen, was die NSA, die Polizei und andere Interessierte an Informationen von uns erhalten, wenn wir mit HTTPS-Protokoll, Tor-Client oder ganz ohne surfen.

Zur Erklärung: HTTPS ist ein verschlüsseltes Web-Protokoll , das für viele große Webseiten und Browser inzwischen fast selbstverständlich ist. Mein eigener Browser z.B. warnt mich bereits, wenn ich versuche, eine Webseite ohne HTTPS zu erreichen.

Tor Project  Anonymity Online

Mit Tor ist das TOR-Netzwerk gemeint, das einem nahezu anonymes Surfen ermöglicht. Hierzu muss man sich vorab den Client kostenlos herunterladen und installieren. Dieser bereitet dann eine verschlüsselte Verbindung über 3 zufällig gewählte Tor-Server vor, was dem Verhältnis von Anonymität auf der einen Seite zu Zeitverzögerung auf der anderen Seite Rechnung trägt. Weitere Infos dazu findet ihr auf der Seite von Tor oder bei Wikipedia (sonst empfehle ich das ja nicht unbedingt, aber hier ist die Erklärung sehr einleuchtend formuliert).

Auch wenn der Informationsgehalt der Seiten vielleicht nicht revolutionär neu ist, lohnt es sich trotzdem mal reinzuschauen, denn selten bekommt man diese Thematik so klar und übersichtlich gezeigt. Außerdem ist es in gewisser Weise beruhigend zu wissen, dass man als Einzelner sehr wohl eine gewisse Handhabe hat, um seine Daten vor Unbefugtem Zugriff zu schützen.

Cheers!

Eure Kahzn

Vielen Dank für den HInweis an Eike Rösch vom Medienpädagogik-Praxis-Blog.

Eine Revision. „Good Guy Facebook“: Was sich mit der neuen Datenschutzrichtlinie -wirklich- ändert.

Vor etwas mehr als einem Monat wollte Facebook bereits seine Richtlinien ändern und wurde von europäischen Datenschützern ein wenig gebremst. Jetzt sollen die angekündigten Änderungen uns morgen ereilen. Ob wir es wollen oder nicht. Denn widersprechen geht natürlich nicht. (Schon gar nicht mit so einem blöden Bild!).

Aber was genau fanden die Datenschützer denn so schlimm? Eigentlich klangen facebooks Ankündigungen im Rahmen der Aufklärungskampagne doch gar nicht mal so schlecht, weswegen ich mich auch zu dieser zugegeben wenig kritischen Auseinandersetzung hinreißen ließ:

Transparenz scheint das neue Marketing-Schlagwort zu werden. Denn kaum erzähle ich euch von der Informationskampagne der beliebtesten Suchmaschine der Welt, schon kommt Facebook um die Ecke und schlägt in dieselbe Kerbe. Heute gingen an alle deutschsprachigen Facebook-Nutzer E-Mails und Benachrichtigungen über die geplanten Änderungen beim Datenschutz raus, und diese können sich sehen lassen. Für diejenigen unter euch, denen der Text zu lang war und wer nicht auf die weiterführenden Links geklickt hat, dem erkläre ich an dieser Stelle kurz und knapp die wichtigsten Änderungen:

1. Die Standardeinstellung bei Postings wird nun von „öffentlich“ auf „Freunde“ umgestellt, damit unerfahrene Nutzer nicht unwissentlich öffentlich posten.

2. Ändert man seine Posting-Einstellungen auf „öffentlich“, wird ein neuer Reminder einen beim nächsten Post daran erinnern.

3. Zusätzlich startet ab nächstem Jahr ein sogenannter „Privacy-Checkup“ (quasi eine Privatsphäre-Tour), der jeden erfahreneren Nutzer dabei anleiten will, seine Privatsphäre-Einstellungen gegenzuprüfen.

4. Last but not least: Mein absoluter Favorit. ANONYMOUS LOGIN.

Ja. Ihr habt richtig gelesen. Ihr erinnert euch noch an die Liste von Berechtigungen, die jede kleine App euch abverlangt hat, wenn ihr euch über Facebook eingeloggt habt? Wenn das hier in dem Umfang angeboten wird, wie es vorgestellt wird, dann kann man demnächst seinen Facebook-Account nutzen, um sich einfach und schnell in verschiedene Dienste einzuloggen, bleibt für den jeweiligen Dienst aber zunächst einmal völlig anonym! Diese App kann dann logischerweise auch nicht in eurem Namen posten oder anderen Unfug mit euren Daten treiben. Sollte sie dann doch mal spezielle Berechtigungen für eine bestimmte Funktion benötigen, fragt sie diese separat ab, während ihr sie nutzt. Hach, wat wäre datt schön. Bleibt zu hoffen. Im übrigen hat facebook auch sein „normales“ Login-Verfahren überarbeitet und bietet nun die Möglichkeit, einzelne Berechtigungen NICHT zu erteilen. Selbstverständlich reicht das alles noch bei weitem nicht, um alle Datenschutzaspekte, die einem beim Thema facebook einfallen, einfach wegzuwischen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist es aber allemal.

Huch, was war denn da mit mir los? Ich muss wohl die babyblaue Kritiklosigkeitsbrille aufgehabt haben. Denn so schön und einfach, wie das hier klingt, ist es natürlich nicht.

Der Handel mit Daten ist ein kompliziertes, aber furchtbar lukratives Geschäft und – zum Glück für die Beteiligten – von außen nicht so leicht zu durchschauen. Wer da mal Einblick bekommen möchte, ohne gleich irgendwelche schrecklich langweiligen Fachschmöker durchlesen zu müssen, dem empfehle ich als Alternative ein kostenloses Online-Spiel (ja das ist mein ernst!), das man zur Zeit entweder als Demo oder als geschlossene Beta testen kann: Data Dealer.

Facebook hat uns ein paar Bonbons hingeworfen, damit wir den eigentlichen Deal im Hintergrund nicht bemerken: Nämlich, dass sie – mal wieder – unsere Daten noch viel schamloser und konzentrierter aushorchen und zu Werbezwecken weiterverwenden wollen, als bisher. Ortsdaten und besuchte Webseiten sollen z.B. in Zukunft ausgelesen und verwertet werden, um euch z.B. „die Speisekarten der Restaurants in deiner Nähe“ anzubieten. Am besten noch angepasst an deinen persönlichen Geschmack. Und dein Budget.

Diese Daten, meine Lieben, könnt ihr facebook auch nicht verwehren, so schön die tolle neue Berechtigungs-welt auch klingt. Denn diese Neuerungen, von denen die Rede war, beziehen sich vor allem auf DRITTE. Facebook selbst behält dabei weiterhin den Zugriff und alle erdenklichen Rechte an euren Daten. Auch zum Speichern, zur weiteren Nutzung und zum Weiterverkauf.

Dabei wird euch natürlich nicht gesagt, was mit den Daten passiert, wo sie sich befinden oder wer alles Zugriff darauf hat. Der Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Düsseldorfer Medienrechtskanzlei WBS hat das mal schön zusammengefasst:

Fazit also: Legal ist das nicht, was facebook da macht, aber wehren können wir uns gegen dieses Gebahren auch nicht so wirklich. Außer durch die Löschung unseres Accounts.

Wenn ihr das allerdings im Sinn hattet müsst ihr euch aber beeilen: Die neuen Richtlinien kommen nämlich schon morgen. Ob legal oder nicht, ob ihr einverstanden seid oder nicht.

Cheers!

Eure leicht zermürbte Kathi

Die gläserne Datenkrake – oder wie man sieht, was Google alles über einen weiß.

Es ist eine Sache, wenn man zwar grundsätzlich weiß, dass man ausspioniert wird, aber man letztlich im Ungewissen darüber bleibt, welche Daten in welchem Umfang wo über einen gespeichert werden.

Aber so läuft das mit Google eben nicht. Denn Google will unbedingt der good guy in der ganzen Geschichte sein, also setzt man da nun alles auf Transparenz. Anbei findet ihr eine Auswahl von 6 Links, über die ihr sehen könnt, was Google alles über euch weiß.

Und manches lässt einem doch etwas mulmig werden. Hier seht ihr zum Beispiel mein Bewegungsprofil über die Google Location History für einen beliebigen Tag letzte Woche:

Google Location history

Zwar trifft man auf einige kleinere Fehler, wenn man sich die Daten mal genauer anschaut, aber nichtsdestotrotz hat es mich sehr überrascht, wie detailliert die Visualisierung ist und wie viele zusätzliche Daten (z.B. Datum und Uhrzeit zu jedem Punkt – ein Abspielen ganzer Tagesabläufe geht mit nur einem Klick) über Monate und Jahre noch nachträglich abgerufen werden können.

Neben der eigenen Neugierde, die man hiermit wunderbar bedienen kann, kann der eine oder andere Link hier mit Sicherheit auch wunderbar für Workshops, Schulungen oder Fortbildungen zum Thema Datenschutz genutzt werden.

Hier die Links:

Google Preferences zählt die Werberelevanten Daten und Kategorien auf, die sich bei euch so angehäuft haben.

Google Location History ist der Spaß aus meinem Foto-Beispiel.

– Der nächste (vermutlich noch bekannteste) Schreck ist die Google Search History.

Google Activity zählt euch alle Geräte auf, über die ihr auf euer Konto zugegriffen habt.

– Zugriffsrechte diverser Browsererweiterungen findet ihr unter Google Permissions.

– und last but not least könnt ihr euch quasi ALLES, was Google an persönlichen Daten über seine diversen Dienste über euch gesammelt hat, als zip-Datei (Ja, das muss komprimiert werden) zuschicken lassen. Dieser Service nennt sich Google Takeout.

Viel Spaß! 

Der Wortlaut dieses Artikels ist von mir, die eigentliche Rechercheleistung haben aber andere vollbracht, nämlich die Kollegen von labnol. Außerdem ein dickes Dankeschön an Tobias Albers-Heinemann vom Medienpädagogik-Praxisblog, der mich darauf aufmerksam gemacht hat.

Cheers, 

Eure Kathi aka Kahzn

Wir wissen, wo du dich aufhältst… Thema: Ortung

Der Youtube-Kanal von medienbier.tv hat ein neues Video veröffentlicht, indem sie sich kritisch mit dem Thema Ortung über das Smartphone auseinandersetzen. Es geht einerseits um die Vorzüge der Ortungstechnik, wie z.B. bei Lieferdienst-Apps, aber eben auch um die Unmenge an (unfreiwilligen) zusätzlichen Daten, die man der „Datenkrake“ damit in den Rachen wirft.

Für uns als Jugendleiter stellt sich damit natürlich auch die Frage, wie wir unsere Kinder und Jugendlichen für dieses Thema sensibilisieren wollen.

Je nach Alter der Gruppe solltet ihr erst einmal entscheiden, auf welchen Aspekt von Ortungsfunktionen ihr euer Hauptaugenmerk richten wollt.

Für jüngere Kindergruppen kann der Datenschutzaspekt noch etwas zu komplex und das Thema an sich noch nicht so relevant sein, weil sie selbst noch kein Smartphone besitzen. Daher kann es sich eher anbieten, vielleicht erst einmal auf den technischen Aspekt einzugehen und Spiele oder Projekte zu überlegen, die sich mit der Technik der Satellitenortung beschäftigen (hier findet ihr ein Bei-Spiel dazu ;)).

Besitzen die Kinder bereits eigene Smartphones oder kommen auf regelmäßiger Basis damit in Berührung, ist es wichtiger, entsprechende Projekte oder Spielideen eher auf den Privatsphäre-Aspekt zu münzen. Hierzu eine Spielidee:

Instagram-Mister.X:

Ich gehe davon aus, dass das grobe Spielprinzip von Mister X bzw. Scotland Yard bekannt ist. Dieses lässt sich wunderbar mit Instagram bzw. einem anderen sozialen Netzwerk nutzen, um damit eine Verfolgungsjagd mit Smartphones zu gestalten. Hierbei informiert Mister X seine Verfolger mittels Bild- und Standortinfos über seine aktuelle Position. Die Bilder sollten so gewählt sein, dass die Kinder anhand der Hintergründe bereits Rückschlüsse auf den Ort machen können, da die Standortangaben häufig sehr vage ausfallen können.

Die Gruppe, die ihn als erste schnappt, darf dies natürlich auch in einem Schnappschuss festhalten, damit alle anderen Gruppen Bescheid wissen und den Rückweg antreten können.

Der Abschluss des Spiels sollte auf jeden Fall eine ausführliche Reflektion beinhalten, die den Kindern und Jugendlichen noch einmal vor Augen führt, wie viel sie über sich selbst im Internet preisgeben, ohne es immer sofort zu merken.

 

unverortete Grüße und ein herzliches Cheers!

Eure Kahzn

Aus dem Medienpädagogik-Spielekoffer: Das Facebook-Offline-Spiel

Wollt ihr die Themen „Facebook“, „Privatsphäre“, „Datenschutz“ etc. gern mal in eurer Gruppenstunde aufgreifen und sucht dafür noch die richtige Methode?

Das Facebook-Offline-Spiel kann da genau das Richtige sein. Je nachdem, ob eure Gruppe eher aus Facebook-unerfahrenenen, -süchtigen oder -flüchtlingen besteht, kann man den Ablauf und die Schwerpunkte natürlich anpassen.

Ihr findet die Spielanleitung und die Druckvorlage sowohl hier als auch im Medienpädagogik-Materialkoffer des BDKJ Duisburg.

Facebook – Das Offline – Spiel

Quelle: stefankuehne.net  (adaptiert)

Dauer: ca. 1,5 Stunden (Ende offen, kann auch über ein Lager/Wochenende gespielt werden)

Anzahl Teilnehmer: Mind. 3, je mehr desto besser, auch gut für Großgruppen geeignet

Alter der Teilnehmer: Ab etwa 10 Jahre

Material:

–          Profilbogen

–          Pinnwände / Magnettafeln

–          Stecknadeln / Magnete

–          Stifte

–          Kleine Klebezettel

Vorbereitung:

Die Profilbögen werden nach Möglichkeit personalisiert und an das Alter bzw. den Interessenschwerpunkt der Gruppe angepasst. So sind vielleicht Hobbies und Lieblingsstars bei Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren interessanter als die politischen Ansichten, welche dann wieder ab 14 aufwärts an Relevanz zunehmen.

Ebenso kann man sich überlegen, ob man den Hintergrund, den Rahmen, den Titel oder andere Elemente des Profilbogens an den Ort oder an die jeweilige Gruppe anpasst, z.B. mit dem Gruppensymbol einer Anlehnung im Titel („Duisbook“, „MessdienerVZ“, „dpsg+“).

Durchführung:

Phase I (Registrierung)

Die Profilbögen werden an die Teilnehmer verteilt. Diese bekommen ca. 10-15 Minuten Zeit, um diese auszufüllen. Die Profile müssen nicht vollständig ausgefüllt werden. Fragen und Irritationen der Teilnehmer sammeln, um sie später in der Reflektion aufzugreifen.

Phase II (Umschauen)

Die Profilbögen der Teilnehmer werden an die Pinnwände bzw. Magnettafeln gehängt. Die Teilnehmer bekommen ein paar Minuten Zeit, sich die Profile der anderen anzuschauen.

Phase III (Interaktion)

Die Teilnehmer bekommen die Möglichkeit, die Profile anderer mit Hilfe der Klebezettel zu kommentieren. Auch das Kommentieren von Kommentaren ist erlaubt.

Phase IV (Reflektion)

Der Spielleiter spricht die genannten Fragen und Irritationen der Teilnehmer an und führt durch eine – im Idealfall mehr moderierte als vorgetragene – Reflektion des Spiels. Wer dieses Spiel für ein Seminar oder einen Workshop mit erwachsenen Teilnehmern nutzen möchte, kann die einzelnen Reflektionsteile auch zwischen die einzelnen Spielphasen mischen und das eigentliche Spiel so zur konzentrierten Pausenbeschäftigung nutzen.

Passend zu den einzelnen Phasen wären demnach Themenschwerpunkte:

Phase I – Datenschutz, Privatsphäre, Gruppendruck und Selbstdarstellung

Phase II – Pseudonymität/Anonymität, Neugier, Selbstbestätigung, Flaming/Bullying/Mobbing

Phase III – Bewusste / Unbewusste Öffentlichkeit, Wem gehören die Daten des Netzwerks?,  Was geschieht mit den Daten?, Geschäftsbedingungen eines Netzwerks und was man (alles nicht) dagegen tun kann

Profilbogen

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