Link-Tipp: Computerspiele zum Thema Flucht und Asyl

Der Medienpädagogik Praxis-Blog hat einen super interessanten Artikel veröffentlicht, der eine Reihe von Spielen auflistet,  die sich mit Themen wie Migration, Flucht, Rassismus, dem Alltag in Flüchtlingscamps oder Behörden beschäftigt.

Als Spieler taucht man damit hautnah in die Welt der Flüchtlinge ein und bekommt eine ganz besondere Perspektive auf diese Problematik. Meiner Meinung nach ein Muss für politisch engagierte Gruppen, zumal zu jedem Spiel direkt auch der relevante Artikel im Spieleratgeber-NRW verlinkt wird ;).

Das Thema Flucht ist hochaktuell. Täglich überqueren tausende Menschen die Grenzen der EU und stellen deren Mitgliedsländer vor eine gewaltige Herausforderung. Bei all den organisatorischen Schwierigkeiten übersehen viele aber schnell die Strapazen, welche die Flüchtlinge auf sich nehmen mussten, um sicheres Territorium zu erreichen. Welche Gründe hatten sie, ihr Land zu verlassen und ihr Leben zu riskieren?

Ein bisher eher ungewöhnliches Medium zur Vermittlung solcher Inhalte bilden Computerspiele.
In sogenannten Newsgames haben engagierte Spielehersteller und Journalisten – unter anderem die BBC und das UN-Flüchtlingswerk – versucht, die Erlebnisse und Gefahren auf der Flucht sowie die menschenunwürdigen Zustände in den Herkunftsländern und auf ihrer Reise in die EU erfahrbar zu machen.

über Computerspiele zum Thema Flucht und Asyl — Medienpädagogik Praxis-Blog

Mein Favorit bisher: „Papers, Please!„. Bei diesem Spiel schlüpft man in die Rolle eines Grenzbeamten,  der Reisepapiere kontrolliert. Klingt langweilig, ist es aber erstaunlicherweise überhaupt nicht. Ein Kommentator des Artikels (Anderer Max) fasst es ganz gut zusammen:

„Nach einiger Zeit können die häufigen Misserfolge und die recht eintönige Stempelarbeit ermüdend und frustrierend wirken (…)“

Das Spiel soll und muss ermüdend, gleichförmig und nervig sein.
Sinn des Spiels ist ja auch nicht, der beste Beamte von Arstotzka zu werden, sondern zu merken, was man da gerade macht und wieviel Macht ein Grenzbeamter über das Lebensschicksal von „Menschen“ hat und wie wenig Zeit ihm für eine korrekte prüfung jeder Einzelperson eigentlich bleibt. Über die Zeit merkt man, dass man eigentlich nur noch auf kleine Details achtet und quasi „betriebsblind“ wird. Da freut man sich sogar über ein zynisches „Upgrade“ des Stempelequipments 😉

Im Laufe des Spiels muss man sich auch z. B. entscheiden, ob man sich einer mysteriösen Rebellion anschließen will, oder lieber staatstreu die Kollaborateure meldet.
Das Spiel ist mehr, als nur ein witziger Grenzbeamtensimulator, es stellt uns vor moralische und menschliche Fragen, die wir in einem Mal Durchspielen auch nicht klären können werden.

Das spiel stellt grundsätzliche, menschliche Fragen, die wir ganz individuell beantworten können, aber auch mit den Konsequenzen „leben“ bzw. weiterspielen müssen.

Viel Spaß beim Anspielen!

Eure Kahzn

Pokémon GO in der Jugendarbeit.

Datenschutz, pädagogische Aspekte und Anwendung in der Jugendarbeits-Praxis.

An dem Phänomen Pokémon Go gibt es zur Zeit kein Vorbeikommen. Mittzwanziger spielen es, ihre kleinen Geschwister auch, und sogar in der Citypastoral findet es schon Verwendung. Was hat das für Auswirkungen auf mich in meiner Jugendarbeit? Muss ich mich damit irgendwie auseinandersetzen?

Nun, schaden kann es nicht. Aber keine Sorge: Niemand erwartet von dir, dass du dich jetzt sofort auch von dem Hype anstecken lässt, wenn du das nicht willst. Es ist ja auch gut möglich, dass es schnell wieder abflaut. Allerdings darf man dabei nicht außer Acht lassen, dass Pokémon als Marke bereits lange genug existiert, um diesem Trend eine gewisse Stabilität zu verheißen. [Ich für meinen Teil würde fürs Erste davon ausgehen, dass es einen ähnlich langen Atem haben wird wie Minecraft, und damit als Teil der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen nicht ignoriert werden sollte, aber das muss jeder für sich entscheiden.]

Ja gut, was daran ist dann für mich als Jugendleiter relevant? In diesem Artikel setze ich im wesentlichen Voraus, dass das Spielprinzip bekannt ist. Wer es gar nicht kennt, dem empfehle ich den etwas detaillierteren Artikel von spieleratgeber-nrw. Der Beitrag ist gegliedert in drei Hauptaspekte: Datenschutz, pädagogische Aspekte und Anwendung in der Praxis.

Zum Datenschutz 

Hier stellt sich die Angelegenheit eigentlich relativ einfach dar: Die App sammelt Standortinformationen  ihrer Nutzer, was für die Spielmechanik logischerweise unverzichtbar ist. Außerdem werden auch personenbezogene Daten erhoben, die dann, wie mittlerweile (leider) üblich, auch an Dritte (zu Marketingzwecken, Ermittlungszwecken, etc.) weitergegeben werden. Das Spiel wurde von der Google-Tochter Niantic hergestellt und betrieben, die sich aber mittlerweile vom Mutterkonzern abgespalten hat.

Nichtsdestotrotz würde ich die datenschutzrechtliche Lage ähnlich wie bei Google sehen. Und da Google ja schon seit Jahren fröhlich unsere Standortdaten sammelt – kann man sich übrigens wunderbar in seiner Location History angucken – und es niemanden mehr so wirklich zu stören scheint, würde ich das mal als weniger dramatisch ansehen (zumal man im Falle dieses Spiels den direkten Sinn und Zweck dieses Datenzugriffs auf der Hand hat).

Dementsprechend halte ich, um noch einmal auf die Jugendleiter-Prespektive zu kommen, Warnungen an eure Gruppenkinder à la „Guckt euch mal an, wie viele Berechtigungen das Spiel haben will!“ für wenig erfolgsversprechend. Leider!

Pädagogische Aspekte

Erstmal zu den positiven Aspekten des Spiels:

Bewegung. Eine Grundidee des Spiels basiert darauf, dass man seinen Hintern raus aus den eigenen Vier Wänden und an die frische Luft bewegt. Das wird u.a. dadurch erreicht, dass sog. Pokestops und Kampfarenen wild in der Stadtkarte verteilt wurden und man sein Smartphone in deren Nähe bewegen muss. Außerdem gibt es im Spiel Features, die das Ablaufen besonders langer Strecken fördern (z.B. kann man Pokemon-Eier ausbrüten, indem man sich bewegt. Je länger die Strecke, die man für ein Ei ablaufen muss, desto seltener ist meist das Pokemon, das sich darin befindet). Endlich mal ein Spiel, das erfolgreich eine ganze Generation vor die Tür bekommt :).

Soziale Kontakte. Parallel zur Verbreitung des Spiels haben sich schnell auch überall in den sozialen Netzwerken Gruppen und Foren geöffnet, in denen es darum geht, gemeinsam auf die beliebte Pokemon-Jagd zu gehen oder gegeneinander anzutreten. Wie kaum ein anderes Spiel, das ich kenne, regt Pokémon GO dazu an, sich auch mit fremden auf der Straße auszutauschen, ins Gespräch zu kommen und vielleicht sogar neue Freunde zu finden.

Flexibilität. Weder die Ladezeiten noch der zeitliche „Grundumsatz“, den man leisten muss, wenn man das Spiel öffnet, sind besonders hoch. Daher eignet es sich prima für Zwischendurch, für den Schul- und Nachhauseweg, Bahnfahrten oder längeres Schlangestehen. Es ist zu jedem Zeitpunkt ohne großen Verlust möglich, das Spiel zu unterbrechen oder auszuschalten und an der selben Stelle (ja gut, vielleicht nicht örtlich) wieder einzusteigen.

Niederschwelligkeit. Die Steuerung ist intuitiv, einfach und kommt im wesentlichen ohne viel Text aus. Dadurch können es schon Kinder im Vorschulalter oder Menschen mit Leseschwierigkeiten im Wesentlichen problemlos spielen. Es ist leicht zugänglich und kostenfrei im Appstore zu haben.

 

Zu den Gefahren:

Unaufmerksamkeit. Klar. Wer durch die Gegend läuft und dabei auf sein Handy starrt, bekommt nicht immer mit, was um einen herum passiert. Sowas lernen die Kinder meist aber selbst sehr schnell, wenn sie das erste mal vor eine Laterne laufen oder über einen Bordstein stolpern. Bei besonderen Härtefällen, die zu oft zu sehr darin versinken, kann es helfen, darauf hinzuweisen, dass es bei dem Spiel eine Akkuspar-Option gibt, die das Display abschaltet und nur dann vibriert, wenn etwas Interessantes (z.B. ein Pokestop oder ein wildes Pokemon) in der Nähe ist. Wenn selbst das nichts hilft, kann man sich z.B. aus dieser Liste von unerfreulichen Vorkommnissen im Zusammenhang mit Pokemon GO  (die ich mit einer Prise Skepsis nehmen und unter „urbane Legenden“ verbuchen würde), diejenige als Beispiel heraussuchen, die für den jeweiligen pädagogischen Anschauungszweck die passendste ist (leider auf Englisch!).

Suchtgefahr. Nun, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist der Suchtfaktor des Spiels offensichtlich. Wie stark dieser auf Dauer wirkt, wird sich zeigen und hängt u.a. von den Entwicklern, den Spielern und auch von der Akzeptanz der Nicht-Spielenden ab.

Ich persönlich spiele es auch ab und zu und habe darin bisher noch nicht viel Potenzial für eine Langzeit-Sucht bemerkt, da sich die Möglichkeiten bisher in Grenzen halten: Ich kann Pokemon sammeln (ca. 150 Stück), was aber verhältnismäßig schnell gesättigt sein wird, wenn vom Entwickler nicht relativ zügig Pokémon nachgeliefert werden.

Außerdem gibts durch die Einteilung in Teams und das Umkämpfen der Arenen noch ein gewisses Suchtpotenzial, das von etwas andauernder Wirkung sein kann. Allerdings kann ich mir auch hier vorstellen, dass es ab einem bestimmten Punkt eher demotivierend wirken kann, wenn die Arenen in der eigenen Umgebung irgendwann alle von unschlagbar starken Pokémon verteidigt werden, die man als Gelegenheitsspieler niemals herausfordern kann.

In-App-Käufe. Das Spiel selbst ist kostenlos im App-Store zu bekommen. Will man aber besonders hilfreiche Items, wie z.B. Pokébälle oder Rauch (zum Anlocken von Pokémon) haben, kann man sich das Leben leichter machen und diese indirekt über eine ingame-Währung für echtes Geld kaufen. Dass so etwas, gepaart mit pfiffigen Kindern und unaufmerksamen Erwachsenen sehr schnell in äußerst erschreckenden Kreditkartenabrechnungen enden kann, brauche ich wohl niemandem mehr zu erklären.

So, jetzt habe ich aber mal genug gewarnt. Last but not least zu dem Thema:

Anwendung in der Praxis:

Kann man ein Großgruppen- oder Geländespiel fürs Ferienlager aus der Spielmechanik von Pokémon GO klöppeln?  Meiner Erfahrung nach kommen Spielprinzipien, die die Kinder in Ihrer Freizeit schon gerne spielen, in der Gruppenstunde oder in Lagern auch immer gut an, weil man sie nicht mehr groß erklären muss und schneller zur Sache kommen kann. Wäre es mit einer Erweiterung des bekannten Schmugglerspiels getan, bei der die Kinder Leiter aufhalten müssen, die wiederum Pokémon in verschiedenen Konstellationen mit sich herumtragen? Oder würdet ihr es eher wie eine Schnitzeljagd aufbauen? Man könnte sich auch auf den Aspekt des Arenen-Verteidigens konzentrieren und verschiedene Teams um „Ringe“ (z.B. Hulahoopreifen) ringen lassen (Haha Wortwitz!). Diese Fragen lasse ich bewusst an dieser Stelle mal offen, schreibt eure Ideen und Ergänzungen in die Kommentare!

Liebe Grüße, 

eure Kahzn aka Kathi vom BDKJ Duisburg

Spiele und Methoden zu WhatsApp. Heute: Kettenbriefe

Kettenbriefe gibt es wohl gefühlt so lange, wie die Menschheit schreiben kann. Und doch werden sie unserer jüngeren Generation wohl nie langweilig werden. Selbstverständlich ist auch gerade WhatsApp nicht davor verschont geblieben.

Um gerade den Teenagern, die diese ja bloß ‚aus Spaß‘ oder ‚zur Sicherheit‘ weiterleiten, ein wenig deutlicher zu machen, wie nervig, unsinnig und manchmal sogar schädlich diese sein können, könnt ihr zum Beispiel folgendes machen:

  • Idee für Gruppenstunde / Projekt auf Freizeit: Schreibt euren eigenen Kettenbrief! Gebt den Kindern und Jugendlichen ein paar typische Textbausteine eines Kettenbriefs vor (oder erarbeitet diese mit ihnen zusammen) und lasst Ihrer Kreativität freien Lauf. Am besten schreiben sie ihre Entwürfe erst einmal ganz altmodisch auf Papier. Lasst sie dann in der Gruppe vorlesen, bestimmt die beste Idee und überlegt euch, an wen man so etwas schicken könnte (z.B. bei welchem Alter des Empfängers sind Grusel-Nachrichten eher nicht ratsam?). Zum Schluss können die Kinder ihr „Werk“ an einige Ausgewählte Empfänger versenden und schauen, ob die Nachricht vielleicht irgendwann zu ihnen zurückkommt.

Ich weiß, dass dieser Vorschlag problematisch erscheinen kann, insbesondere im Hinblick auf die Tatsache, wie schnell so etwas auch gewisse Eigendynamiken entwickeln kann. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass Kinder und Jugendliche die Prozesse und Dynamiken hinter solchen Kettennachrichten (und vor allem ihren Wahrheitsgehalt) besser einzuschätzen lernen, wenn sie sich mal hinter die Kulissen versetzen und sehen, wie solche Nachrichten entstehen. Mit einer guten Moderation und Reflektion dieser Aktion sollte der Gruppe schnell klarwerden, dass Nachrichten, die den Empfänger einschüchtern oder Angst einjagen sollen, wirklich unangebracht und potenziell sehr schädlich sind. Ihr könnt das auch nutzen, um dahingehende Erfahrungen auszutauschen und den Sinn oder Nutzen solcher Nachrichten kritisch zu hinterfragen.

Das wars für heute, mehr dazu nächste Woche! 🙂

Lieben Gruß,

eure Kahzn aka Kathi

Spiele und Methoden zu WhatsApp. Heute: Gruppendruck und Medienstress

Facebook-Übernahme und der Veränderung der Datenschutzrichtlinien zum Trotz: An WhatsApp ist heutzutage kaum noch ein Vorbeikommen, vor allem in der Jugendarbeit.Der Nachrichtengigant ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt, was aber auch seine Gefahren hat, wenn diese den Dienst unreflektiert nutzen. In dieser Kurzreihe beschäftigen wir uns mit Methoden, Spielen und Projektideen, mit denen man verschiedene Themen rund um den beliebtesten Messengerdienst angehen kann, ohne Gebetsmühlenartig Warnungen von sich geben zu müssen.

Auch wenn viele der Kinder und Jugendlichen inzwischen eine ganz ansehnliche Medienkompetenz an den Tag legen, kann es manchmal sinnvoll sein, ihnen die Gefahren und Hintergründe dieses Messengerdienstes (wieder) ins Bewusstsein zu rufen. Denn seien wir mal ehrlich: Wir werden sie nicht davon abhalten können. Wir können ihnen aber Wege zeigen, wie sie ihn nutzen können, ohne es hinterher zu bereuen

Thema: Gruppendruck und Medienstress

Ein großes Problem, dessen sich gerade Jugendliche oft nicht bewusst sind, ist der soziale Druck, der mit WhatsApp einhergeht. Alle wollen dabei sein, weil vermeintlich alle dort sind. Wer nicht drin ist, fühlt sich (und ist auch häufig) außen vor. Außerdem tauschen gerade Jugendliche so viele Nachrichten über diesen Dienst aus, dass sie schnell an ihrem Handy kleben, um bloß keine Neuigkeiten zu verpassen.

Diese Problematik kann man unterschiedlich angehen:

    • Spiel für die Gruppenstunde: Ein Gruppenmitglied legt sein Smartphone auf einen Tisch in die Mitte. Alle anderen zücken ihre Handys und haben die Vorgabe, wild Nachrichten an dieses eine Smartphone zu schicken, sei es direkt oder über Gruppen, in denen derjenige Mitglied ist. Es darf kein Wort direkt an diese Person gesprochen werden. Die Zeit stoppen, bis derjenige vor Neugierde nach seinem Handy greift und nachschaut. Danach ist ein anderes Gruppenmitglied dran.
    • Gruppenstundenübergreifendes Projekt: Ihr gebt den Kindern Klickzähler mit, mit denen sie zählen sollen, wie oft sie am Tag auf Ihr Handy gucken (dabei bitte ALLES zählen, also auch, nach der Uhrzeit zu schauen ohne das Handy zu entsperren). Um realistische Zahlen zu bekommen (und den eigenen Konsum gleich mit zu reflektieren), sollte einer der Leiter (oder einfach alle) am Besten mitmachen. In der nächsten Gruppenstunde kann man das dann in der Gruppe reflektieren und ggf. Belohnungen an die Kinder verteilen, die sich besonders gut ‚zurückhalten‘ konnten.
    • Idee für Freizeiten: Alle Teilnehmer geben ihre Handys bei der Lagerleitung ab, können ihres aber zwischendurch durch ansprechen des zuständigen Leiters kurz benutzen („mal kurz was nachschauen“), aufladen oder sogar wieder mitnehmen. Jede dieser Aktionen wird mit der Zeit notiert und am Ende des Lagers ausgewertet. Abschließend gibt es eine Bestenliste und ggf. Preise für diejenigen, die am längsten ohne ihr Smartphone ausgekommen sind.

Das wars für heute an Inspirationen, mehr Themen gibts im nächsten Teil! 🙂

Gruß!
Eure Kahzn

Jugendhandeltfair – Gruppenstundenideen + Jugendwettbewerb

Heute möchte ich euch eine Seite ans Herz legen, die sich nicht nur mit dem äußerst wichtigen Thema „Fairer Handel“ beschäftigt, sondern auch in sich wirklich gut gemacht ist und  gerade für Jugendleiter und Lehrer praktische Handreichungen und Praxistipps bietet.

Dort findet ihr übersichtliche und gut strukturierte Hintergrundinfos zu fairem Handel (zu Siegeln und fairen Produkten) und verschiedene Anwendungsbeispiele: vorgefertigte Unterrichtsmodule, Aktionsideen (Fairer Lagershop / Bauchladen, Cocktail-Party, Erdnuss-Quiz, Faires Kochduell, Schokotester), politische Mitmachaktionen und Fortbildungsangebote. Fertig geplante Gruppenstunden gibt es übrigens auch ;).

Darüber hinaus gibt es auch für alle, die einfach so an dem Thema interessiert sind, außer den Hintergrundinfos noch faire Rezepte.

Darüberhinaus könnt ihr mit eurer Gruppe auch am Schüler- und Jugendwettbewerb „Fairknüpft“ teilnehmen. Hierbei könnt ihr euch kreativ mit dem fairen Handel auseinandersetzen und bis zu 1000 € für eure Gruppe gewinnen.

Schaut mal rein!

Cheers,

Eure Kahzn

Gruppenstundenprojekt: Geocache platzieren.

Gerade für Anfänger in Sachen Medienprojekte super, die gerne mit ihren Jugendlichen ins Gelände stapfen und mal was anderes machen möchten, als immer nur die klassische Schnitzeljagd.

Alter: Da es prinzipiell sehr einfach funktioniert, können die Kinder auch 10 Jahre alt oder jünger sein. Generell gilt: Je jünger die Kinder, desto kleiner das Leiter-Kinder-Betreuungsverhältnis.

Dauer: Für einen Cache braucht ihr inkl. Erklärung, Hin- und Zurücklaufen und Versteckvorbereitung etwa 1,5 – 3 Stunden.

Gruppengröße: Pro Cache nicht mehr als 5 Kinder, sonst ist das persönliche Interesse der Teilnehmer schnell weg.

Material:

– Ein Behälter (Tupperdöse, Filmdöschen etc.; wasserdicht!)

– Stift und Zettel bzw. kleines Notizbuch (als Logbuch; muss in den Behälter passen!)

– Klebeband

– ggf. ein kleines „Extra“ für den Cache, z.B. das Gruppenmaskottchen o.ä.

– Smartphone mit Geocaching-App oder separates GPS-Gerät (kann in der Stadtstelle ausgeliehen werden)

Durchführung:

1. Informiert euch vorab über Geocaching (z.B. unter geocaching.com) und besprecht es mit eurer Gruppe. Es bietet sich z.B. an darauf einzugehen, wie GPS-Ortung grob funktioniert, was die Koordinaten bedeuten und wie Ungenauigkeiten entstehen können (dichte Baumkronen, Höhlen und Tunnel). Stellt außerdem sicher, dass sie wissen, wie und warum sie ihren Cache immer registrieren müssen.

2. Bestückt euren Behälter. In jeden Geocache muss ein Logbuch und Stift und darauf ein Hinweis auf seine Registrierung (z.B. der Schriftzug „official Geocache“ + Kontaktdaten des Leiters oder eurer Gruppe), darüber hinaus könnt ihr je nach Größe des Caches auch noch weitere Gegenstände (eure Extras) mit hineingeben.

Häufig werden diese nach und nach von Geocachern  ausgetauscht, deswegen lasst auf jeden Fall Platz im Behälter übrig.

Stellt sicher, dass euer Behälter absolut wasserdicht ist. Wenn ihr ganz sicher gehen wollt, gebt ihr ihn in einen Gefrierbeutel mit Zipper.

3. Zieht los und sucht nach einem  geeigneten Versteck für euren Cache.

Am besten eignen sich immer Orte, zu denen die Kinder einen besonderen Bezug haben und die nicht allzu leicht zu erreichen sind. Gebt euch Mühe beim Verstecken (nicht verbuddeln!), damit möglichst wenig Menschen (oder Hunde) zufällig darauf stoßen und der Cache möglichst lange „hält“ (und nicht als Müll missverstanden und weggeworfen wird).

4. Ermittelt die GPS-Daten eures Verstecks mit Hilfe eurer App bzw. der GPS-Geräte, notiert sie und registriert euren Cache entweder direkt oder sobald ihr zurück seid und über Internet verfügt.

5. Schaut in regelmäßigen Abständen nach eurem Cache, pflegt ihn und gebt an, wann dieser aufgegeben wurde und nicht mehr verfügbar ist.

Viel Spaß!

Eure Kahzn

Projektidee: Audioguide

Falls ihr noch nach einem coolen Projekt für eure Jahresplanung sucht, könnten unsere Kategorien „Spiele und Projekte“ etwas für euch sein.

Heute stellen wir euch ein interessantes Projekt vor, mit dem ihr z.B. einen Tag der offenen Tür oder eine Stadtteilführung mit euren Gruppenkindern gestalten könnt. Der Audioguide.

Normalerweise kennt man diese Medienform eher aus Museen oder Sehenswürdigkeiten, Audioguides lassen sich aber für sehr viele verschiedene Projekte einsetzen.

Beispiele dafür lassen sich frei verfügbar im Internet finden:

So hat z.B. eine Schüler-AG des Paul-Pfinzig-Gymnasiums einen Audioguide über das ehemalige KZ-Außenlager Hersbruck erstellt und die Stiftung Zuhören bietet immer wieder verschiedene Workshops und Angebote im Audiobereich im Raum Bayern an.

Nun aber zum eigentlichen Projektablauf.

Alter der Teilnehmer: Fast egal, da es primär von der Erfahrung der Leiter abhängt. Für das erste Projekt und relativ unerfahrene Leiter würden wir aber empfehlen, eher mit Kindern ab 12 Jahren zu arbeiten, da sie sich auch eigenständig mit einer Thematik auseinandersetzen und ggf. auch in kleinen Teams „alleine“ mit dem Mikrofon losziehen können.

Zeit: Je nach Gruppengröße mind. 6 Zeitstunden, tendenziell aber mehr

Gruppengröße: Mind. 2-3 Kinder, max. 20

Material:

– Computer mit Audiosoftware (kostenlose Angebote reichen meist aus, z.B. audacity)
– Mikrofon(e)
– Kopfhörer (alternativ Headsets)

– festgelegtes Gelände, Gebäude o.ä.
– Skript bzw. Stichpunkte
– evtl. Materialien für Hintergrundgeräusche (Papier, Geräte mit Knöpfen, Wasser, etc.)

Ablauf:

1. Hauptmerkmale mit der Gruppe besprechen, Hörbeispiele anhören, mögliche Einsatzorte nennen (Museen, Tag der offenen Tür etc.)

2. Projektgelände abstecken und erkunden (am besten sowohl live als auch online), Stationen festlegen. Oft bietet es sich auch an, ein paar wichtige Stationen bereits vorab festzustecken, um den Kindern eine Orientierung zu bieten.

3. Gruppe in Kleingruppen aufteilen und Stationen zuweisen. Die Kleingruppen haben zunächst die Aufgabe, sich mit den Stationen inhaltlich auseinanderzusetzen und jeweils kurze, informative Texte dazu zu verfassen.

4. Basiswissen zur Aufnahmetechnik in der Großgruppe besprechen (kostenlose Schnittprogramme wie z.B. Audacity reichen meist aus – vorher damit vertraut machen!). Plant auch genug Zeit ein, um Sprechübungen und Sprechproben mit den Kindern durchzuführen. Die meisten werden noch nicht viele Erfahrungen damit gemacht haben, ihre Stimme aufzunehmen und brauchen deswegen eine gewissen Eingewöhnungszeit.

5. Je nach technischer Ausstattung entweder Kleingruppen gleichzeitig in verschiedenen Räumen aufnehmen lassen oder  Einzeltermine für Aufnahmen unter Anleitung machen. Versucht, für den „Aufnahmetag“ in jedem Fall genügend technisch versierte Leiter und Teilnehmer dabei zu haben, um auch bei ggf. aufkommenden technischen Problemen zügig weitermachen zu können. Frustration ist der Feind jeder Projektmethode ;).

6. Ergebnisse der Kleingruppen zentral sammeln und zu einem Audioguide zusammenfassen. Wenn es passt, könnt ihr auch eine „Schnittgruppe“ zusammenstellen, die an der Zusammenstellung und dem Schnitt beteiligt wird.

7. Den fertigen Audioguide mit der Gruppe durchgehen und ggf. veröffentlichen (z.B. mit Hilfe der izi.travel-App). Achtet bitte darauf, ggf. das Einverständnis der Eltern einzuholen, vor allem wenn ihr vorhabt, die Namen der Kinder zu veröffentlichen.

Fertig!

Hier findet ihr auch noch die Kurzfassung als pdf: Audioguide

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Medienpädagogik-Praxisblog für die Idee zu diesem Projekt. 🙂

Cheers!

Eure Kahzn