Bildrechte once again: Arbeitshilfe und Formularvorlage

Ja, Bildrechte sind immer noch ein Thema. Und da es immer noch zu Verwirrungen, Fehlannahmen und Missverständnissen kommt, möchten wir an dieser Stelle auf eine schön erarbeitete Handreichung des Bayerischen Jugendrings hinweisen, die den Spagat zwischen allgemeiner Formulierung  und konkreter Anwendung schafft (z.B. sowohl Veröffentlichung von Bildern durch die Leiter auf Facebook / Webseite als auch Umgang mit Bildrechten durch Nutzer eines Gruppenforums). Außerdem ist sie sehr verständlich, übersichtlich und  hilfreich geschrieben.

Achtung: Ja, sie ist lang. Dafür deckt sie aber auch viele verbundene Themengebiete bereits mit ab und: Am Ende findet ihr eine kommentierte, generalisierte Formularvorlage, die Ihr nach euren Bedürfnissen konkretisieren und benutzen könnt.

Hier gehts zur Arbeitshilfe.

Wer sich die Arbeit sparen will und nur ein, zwei Bilder zu Illustrationszwecken braucht, kann sich natürlich auch auf freien stock-Fotobörsen bedienen, oder – wer auf authentische Fotos nicht verzichten will – kann auch darauf achten, nur Bilder zu veröffentlichen, auf denen niemand erkennbar ist.

 

13 Webseiten mit lizenzfreien Fotos für eure Flyer, Postkarten, Webseiten usw.

Wenn ihr demnächst coole Fotos für einen Werbeflyer, eure Webseite oder ähnliches sucht, braucht ihr euch womöglich nicht mehr auf irgendwelchen Stockfoto-Communities einzuloggen, um frei verfügbare Bilder zu bekommen.

unternehmer.de hat eine Liste mit 13 Webseiten veröffentlicht, auf denen ihr hochqualitative, frei verfügbare Bilder ohne Namensattribution finden könnt.

Und so können sie dann aussehen:

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Cheers!

Eure Kahzn

CC-Lizenzen kombinieren: Aber richtig.

Es gibt so viele wunderbare Ideen, wie man Lerninhalte besser vermitteln und verstaubte Lehrbücher endlich zum Fenster hinauswerfen kann.

Stellt euch mal vor, euer Lieblingslehrer hätte damals die Möglichkeiten gehabt, die die meisten von uns heute haben: Weltweite Vernetzung, Zugriff auf kostenfrei zugängliches Wissen und dutzende Online-Datenbanken, in denen man Illustrationen, Grafiken, Tabellen und Aufgaben unter CC-Lizenzen für Noppes verwenden kann. Schreit das nicht nach neuen, eigenen, fächerübergreifenden Inhalten, die man gerne auch ressourcenschonend direkt im Netz von den Schülern bearbeiten lässt?

Schnell hingesetzt, aus den eigenen Notizen einen netten Lehrtext verfasst und nach Illustrationen gesucht. Klingt eigentlich ganz einfach. Ist es im Grunde auch, wenn es da nicht hin und wieder ein wenig Verwirrung in puncto CC-Lizenzen gäbe. Bestimmte Lizenzen lassen sich nämlich nicht ohne weiteres mit anders lizensiertem Material verwenden. Eine gute Erklärung hierzu liefert folgendes Video (original in Englisch hier):

 

Bildrechte: Die Kurzfassung

Für alle diejenigen, die keine Zeit für den Roman dazu hatten, einmal die Zusammenfassung zur Frage:

Was muss ich beachten, wenn ich Fotos von meinen Gruppenaktionen online stellen will?

Ich darf Meine Fotos (auf denen Personen abgebildet sind),

  • auf einer Seite mit Passwortschutz (z.B. Dropbox, Google Drive, SkyDrive) einstellen
  • veröffentlichen, wenn ich entweder das
    • Einverständnis des Abgebildeten (Ü18) oder das
    • Einverständnis BEIDER Elternteile eingeholt habe

Ich darf nicht

  • Fotos von anderen
    • Uneingeschränkt auf meiner Facebook-Pinnwand teilen
    • oder auf Fotosharing-Diensten wie Flickr oder Picasa einstellen, ohne sie vorher zu fragen (Veröffentlichung)
    • [Ausnahme: Wenn ich die Privatsphäre-Einstellungen so weit herabsetze, dass nur bestimmte Personen aus meinem persönlichen Kreis die Fotos sehen können, gilt dies nicht als Veröffentlichung ]

Rechtliche Grauzone:

  • Es ist noch nicht ganz geklärt, ob Vorab-Einverständniserklärungen juristisch nicht evtl. anfechtbar sind
  • sicherer (aber aufwendiger):  Nach dem Lager/ der Aktion, vor Veröffentlichung noch einmal mit dem Eltern abklären (evtl. einen Eltern-Foto-Abend direkt nach dem Lager veranstalten, bevor die Fotos veröffentlicht werden)

Legale Alternativen (wenn mal schnell ein Bild hermuss):

Wie immer gilt: Sollte ich etwas vergessen haben, könnt ihr es gerne in einem Kommentar ergänzen :).

Cheers,

Eure Kahzn

Mal was zu Bildrechten: Damit Sommerlagerbilder nicht zum Streitgrund werden

Jeder Jugendleiter kennt das Problem: Man hat tolle Bilder von der letzten Ferienfahrt gemacht und weiß nicht so richtig, was man nun damit machen darf und was nicht. Dieser Beitrag soll ein wenig Licht ins Dunkel bringen und die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Bildrechten beantworten.

Wer besitzt die Rechte an dem Bild, das ich geknipst habe?

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Sobald ich ein Foto von einer Person mache, werde ich zum Urheber des Bildes, darf es im privaten Rahmen kopieren, ausdrucken, einrahmen und bei mir zu Hause an die Wand hängen und es meiner Familie und meinen Freunden zeigen. Will ich es allerdings veröffentlichen, kommt das Recht am eigenen Bild ( §22 des Kunsturhebergesetzes) ins Spiel:

Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.

Da auf Sommerlagerfotos meist Minderjährige zu sehen sind, braucht man das Einverständnis BEIDER Eltern ( §§ 16271629 BGB), um diese veröffentlichen zu dürfen. Trotzdem kann es nicht schaden, das Kind selbst auch zu fragen, ob es damit einverstanden ist.

Möchte man „nur mal eben“ einen Post zur letzten Gruppenaktion auf die Facebook-Seite setzen und braucht zur Illustration noch ein Foto, sollte man auf „sicheres“ Bildmaterial zurückgreifen, auf dem entweder gar keine Kinder zu erkennen sind, oder nur diejenigen, deren ausdrückliche Erlaubnis man bereits hat. Wahlweise kann man auch auf den Service von kostenpflichtigen Foto-Datenbanken wie fotolia.com zurückgreifen. Oder man klickt sich durch die ständig wachsende Zahl an frei verfügbaren Fotos mit Creative-Commons-Lizenzen.

Edit: Tatsächlich ist es nicht erlaubt, Fotos von fotolia und Co. auf facebook und ähnlichen sozialen Netzwerken hochzuladen, da man damit gleichzeitig auch deren Nutzungsrechte an die entsprechenden Unternehmen weitergibt. Stattdessen kann man diese Bilder z.B. auf der eigenen Homepage hochladen und über facebook darauf verlinken.

Die Bildrechte sind ein sehr schwammiger unübersichtlicher Bereich mit vielen Sonderfällen und Ausnahmen. Wer da noch einmal genauer nachlesen will, dem empfehle ich den passenden Beitrag von Thomas Pfeiffer auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung: http://pb21.de/2011/09/das-recht-am-eigenen-bild-teil-i-die-theorie/ .

Wie hole ich mir das Einverständnis der abgebildeten Personen?

Thumbs_up

Am Besten schriftlich (im Übrigen fallen E-Mails auch in diesen Bereich).

Viele Leiter versuchen sich abzusichern, indem Sie vor Beginn einer Veranstaltung, eines Ausflugs oder Lagers eine entsprechende Passage in die Anmeldung setzen. In dieser wird darauf hingewiesen, dass während der Veranstaltung Fotos gemacht und anschließend veröffentlicht werden. Zwar halten  Vorab-Ankündigungen vor Gericht nicht immer stand, mindern  das Streitpotential aber erheblich.

Wer ganz sicher sein will, lässt sich vor Veröffentlichung noch einmal von den Abgebildeten bzw. deren Eltern bestätigen, dass sie wirklich und konkret in diesem Fall mit diesem Bild damit einverstanden sind. Ebenso macht es für viele Eltern einen Unterschied, ob man bloß das Bild des Kindes veröffentlicht, oder ob man es direkt dabei auch namentlich nennt bzw taggt. Klärt dies unbedingt vorher mit ab!

Einen praktikablen Ansatz stellt der Blog der evangelischen Kirche in Westfalen vor: Man kann auf der Ferienfreizeit auch ein jugendliches Redaktionsteam zusammenstellen, das sich zunächst Kriterien für einen Foto-Kodex überlegt, die man dann gemeinsam mit den Teilnehmern der Freizeit festlegt. Dadurch können sich die Kinder und Jugendlichen einmal selbst mit ihren Persönlichkeitsrechten auseinandersetzen und können aktiv mitentscheiden, welche Art von Fotos sie veröffentlicht sehen möchten und welche nicht. Dieses Redaktionsteam ist dann für die Dokumentation des Lagers verantwortlich und soll dann nicht mehr als 10 aussagekräftige Fotos auswählen, die für die Veröffentlichung freigegeben werden können. Daraufhin werden dann nur noch die Kinder, die darauf abgebildet sind, um ihre Erlaubnis gefragt (vorbehaltlich des Einverständnisses ihrer Erziehungsberechtigten natürlich).

Dieser Ansatz macht eine kontinuierliche Elternarbeit und schriftliche Absicherung nicht überflüssig, aber er stellt eine Möglichkeit dar, etwas geschickter mit der Problematik umzugehen.

 

Wie ist das mit Facebook denn nun?

facebook

In den „Rechten und Pflichten“ steht dazu:

Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, unentgeltliche, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“).

Im Klartext heißt das: Alles und Nichts. Diese Formulierung ist bewusst extrem offen gehalten und es ist noch überhaupt nicht geklärt, ob sie rechtlich wirksam ist (siehe dazu: http://irights.info/inhalte-auf-facebook-veroffentlichen-was-muss-ich-beachten).

Wenn diese aber so vollständig wirksam ist, dann ist vor allem der Unterpunkt zur Unterlizenzierung wichtig. Denn damit kann Facebook die Nutzungsrechte an deinen Inhalten an Dritte weitergeben, was u.a. auch eine weitere Verbreitung und Veröffentlichung beinhaltet.

Daher macht es Sinn, auch bei Postings auf der eigenen Pinnwand mit den „richtigen“ Privatsphäreeinstellungen Vorsicht walten zu lassen.

Fanpages  sind ohnehin immer öffentlich zugänglich und können von Suchmaschinen wie Google oder Bing gefunden werden. Daher gilt ein Posting darauf automatisch als Veröffentlichung.

Ein spezielles Dossier zum Thema „Smartsurfen“ speziell für Pfadfinderleiter/innen mit weiteren Infos zu Medienarbeit bei den Pfadfindern findet ihr unter: http://www.pfadfinden.de/fileadmin/BUND/projekte/surfsmart/rdp_Smartsurfen_Broschuere.pdf

So weit, so gut!

Wenn Ihr noch Fragen, Anmerkungen oder Ergänzungen zu dem Beitrag habt, könnt Ihr gerne kommentieren!

Cheers,

Eure Kahzn